Mein Linux-EeePC, Teil 1
Irgendwie habe ich mich jetzt doch sehr in den Gedanken verliebt, mir einen EeePC zuzulegen; namentlich den 901 in der Linux-Version. Wie gesagt, den gibt es in Deutschland nicht, und ich weigere mich, Microsoft Geld in den Rachen zu werfen. Daher habe ich mir jetzt einen in Großbritannien bestellt. Da ich normalerweise keine Sachen übers Internet bestelle — zumal nicht aus Ländern mit sonderbaren Verbraucherschutz- und Datenschutzgesetzen — war es auch ein kleines Experiment.
Zuvor habe ich aber noch im Lichte eines kleinen Hoffnungsschimmers eine E-Mail an Asus geschickt:
Sehr geehrte Damen und Herren,
bereits seit einiger Zeit interessiere ich mich für den EeePC 901 in der Linux-Version mit 20-GB-Festplatte. Dieses Gerät ist in Deutschland offenbar noch nicht erhältlich, stattdessen gibt es hierzulande nur die schlechtere Ausstattung mit 12-GB-Festplatte, zumal mit einem Windows-System. Da es das Gerät anscheinend nicht in Deutschland gibt und da es keine verlässlichen Informationen über ein Erscheinen des Linux-901ers in Deutschland gibt, bin ich mittlerweile kurz davor, ein entsprechendes Gerät aus Großbritannien zu importieren.
Da es natürlich ärgerlich wäre, wenn es später doch noch in Deutschland erschiene, möchte ich Sie bitten, mit mitzuteilen, ob und wann der EeePC 901 in der Linux-Variante mit 20-GB-Festplatte in Deutschland erscheint. Falls dieses Gerät überhaupt nicht in Deutschland erscheinen wird, würde ich mich über eine kurze Erklärung freuen, aus welchen Gründen Asus der m.W. großen Nachfrage nach diesem Gerät nicht entsprechen will — und dass, obwohl entsprechende Hardware und Software fertig entwickelt verfügbar sind.
Ferner bitte ich Sie, mit mitzuteilen, wann voraussichtlich der EeePC S101 in Deutschand erscheint und ob es von Anfang an eine Linux-Version geben wird.
Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichem Gruß
etc.
Die Mail habe ich gestern mittag geschickt, eine Antwort steht noch aus.
Nun aber zurück zu meinem kleinen Experiment: Insgesamt war das Abenteuer “Internetkauf in GB” leider, aber auch erwartungsgemäß nicht ganz einfach. Ich habe verschiedene Anbieter verglichen und bin dabei auf diverse Probleme gestoßen: Bei Amazon.co.uk gibt es das Gerät zwar, aber es wird nur innerhalb Großbritanniens geliefert. Ähnlich sieht es bei anderen Anbietern aus. Von den Anbietern, die nach Deutschland liefern würden, waren mir nicht alle geheuer, zumal nach einigen Recherchen bei Ciao und PriceGrabber.
Letztendlich ist meine Wahl auf PurelyGadgets gefallen, die den 901 mit Linux ebenfalls anbieten und nach Deutschland liefern. Zwar hatte ich auch Unschönes über diesen Shop gelesen, aber niemand ist perfekt, und meistens ist es bekanntermaßen so, dass schlechte Erfahrungen stärker verbreitet werden als gute. Letztendlich hatte PurelyGadgets noch die besten Kritiken, und auch der Preis von 279 Pfund (momentan ca. 360 Euro) ist in Ordnung.
Da ich nicht mit Google Checkout — was sich in GB anscheinend großer Beliebtheit erfreut — zahlen möchte, musste ich bei PurelyGadgets anrufen, um zu bestellen. Zwar nicht sehr komfortabel, aber ok. Nachdem ich 5 Minuten in der Warteschleife hing und mir mehrfach beschieden wurde “you are at cue positon one”, legte ich auf. Das Spiel wiederholte sich mehrfach, so dass ich dem Support von PurelyGadgets eine leicht säuerliche Mail schrieb, man solle mir bitte eine funktionierende Nummer senden oder mich zurückrufen. Man schrieb mir zurück, ich könne meinen Wunsch auch per E-Mail äußern (später fand ich diese Option dann auch an gut versteckter Stelle auf der Website.) Da beschlichen mich schon Zweifel, ob das denn eine so gute Idee mit PurelyGadgets war.
Danach wurde es aber angenehmer: Der E-Mail-Support reagierte schnell (jeweils innerhalb von 20-30 Minuten) und kompetent, auch auf Nachfragen und kleine Sonderwünsche (u.a. VAT-freie Rechnung). Etwas unangenehm ist, dass man, wenn man Google Checkout nicht nutzt, nur per Überweisung oder Scheck zahlen kann. Aber das nehme ich ausnahmsweise in Kauf, da es wie gesagt ein Experiment ist.
Mal sehen, was daraus wird. Ich habe gestern das Geld überwiesen, es sollte in den nächsten Tagen ankommen. Sodann wird der Rechner per DHL verschickt; ich hoffe, dass ich ihn im Laufe der nächsten Woche bekomme. Ich hoffe, dass der zweite Teil dieser Geschichte ganz kurz wird. Etwa: “Das Gerät war innerhalb einiger Tage da. Alles drin, alles super. Juchuu!”
Nachtrag, 17.10.08, 12:03 Uhr:
Ich habe nun Antwort von Asus Deutschland erhalten. Auszug:
Derzeit können wir kein offizielles Statement abgeben, wann das LINUX mit 20 GB Modell auf dem Markt erscheinen wird. Der bisherige Grund der Entscheidung liegt es uns leider vor und auch Taiwan äußert sich nicht richtig zu dieser Thematik. Sobald es Informationen bezüglich Veröffentlichung geben wird, werden diese von ASUS auch an die entsprechenden Pressestellen weitergeleitet.
Aus diesen leicht verwirrten Sätzen entnehme ich (abgesehen davon, dass man bei Asus immerhin jede Anfrage individuell beantwortet), dass man sich offenbar der Nachfrage nach dem Linux-Modell bewusst ist und dass evtl. auch über eine Veröffentlichung nachgedacht wird, aber momentan die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut.



svenmeier 20.10.2008 um 13:58 #
Bitte halte uns auf dem Laufenden. Ich bin kurz davor, den selben Weg zu gehen - allerdings mit Ziel Eeepc 1000.
Alex 21.10.2008 um 10:12 #
Wird gemacht.
Alex 24.10.2008 um 11:43 #
Es ist soweit!