8. September 2007, 13:28 Uhr

Wie ich einmal 95 Prozent Müll kaufte

Es ist schon faszinierend, wie Alltagselektronik immer kleiner wird. Speziell in der Speichertechnik gibt es eine Revolution nach der anderen. So habe ich mir bereits vor über einem Jahr einen MicroSD-Speicherchip mit 1 GB Speicherkapazität zugelegt und war höchst fasziniert, dass man solch immense Datenmengen auf dem Volumen eines Milchzahns unterbringen kann.

Nun habe ich mir eine Digitalkamera zugelegt — und mit ihr einen SD-Speicherchip, welcher im Vergleich zur MicroSD-Karte geradezu klobig wirkt. Dennoch ist er ein echter Winzling von 32 mm × 24 mm × 2,1 mm. Damit jedoch der geneigte Käufer nicht das Gefühl hat, viel Geld für so ein kleines Dingelchen auszugeben, liefert es der Hersteller SanDisk es in einem Karton daher, der 145 mm × 114 mm × 30 mm groß ist. Das ist sage und schreibe mehr als das 300fache Volumen des Speicherchips. Nur mal zur Relation: Wenn ich zum Preis des Chips bei Aldi einkaufte und die Aldi-Waren à la SanDisk verpackt wären, müsste ich für einen Wocheneinkauf mit dem Tieflader anrücken. Hallo SanDisk! Geht’s noch?

Aber es kommt noch besser …

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23. August 2007, 12:53 Uhr

Zucker statt Dosenstrom

Hätte man ja gar nicht erwartet, dass Sony auch auf Öko macht. Oder war es eher eine Zufallsentdeckung?

Jedenfalls hat Sony es geschafft, einen MP3-Player mit Zucker zu betreiben. Das ist eine interessante Entwicklung im Bereich der regenerativen Energien, denn gerade im stark wachsenden Bereich der mobilen Unterhaltungselektronik wäre ökologische Energieerzeugung ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz. Denn momentan bedarf die Nutzung regenerativer Energien riesiger Infrastrukturen. Oder kann man sich vorstellen, ein Solarpanel oder eine Windkraftanlage in der Hose zu haben? Ein kleines Gezeitenkraftwerk wäre schon eher realistisch, höhöhö.

Für mich wäre die Verwendung regenerativer Energien sogar ein Argument, den Player zu kaufen. Allerdings kommt es nicht nur auf die Energieerzeugung im laufenden Betrieb an, sondern wichtige und trotzdem oft übersehene Faktoren sind die Energiebilanz in der Herstellung des Gerätes, die Ökobilanz der Produktion des Geräts (Rohstoffgewinnung und -verarbeitung, Logistik) und nicht zuletzt die Ökobilanz des regenerativen Treibstoffs. Auch daran werden sich Sony und Co. messen lassen. Aber wenn sie all das unter einen Hut bekommen und wirklich weitestgehend ökoneutrale Geräte herstellen, dann kann man wieder besseren Gewissens Elektrogeräte “konsumieren”.

30. Mai 2007, 11:13 Uhr

Alu-Bomber für schnöseliges Kaffee-Erlebnis

Warum muss man eine Kaffee-Maschine kaufen, die pro Jahr und durchschnittlichem Kaffeetrinker ca. 5 kg Aluminium verbraucht? Antwort: Die Schnösel und Neureichen finden sich cool, wenn sie einem Kaffeemaschinenbesitzerclub beitreten können. Wenn es schon für den Golfclub nicht reicht, so erheischt man sich doch zumindest so einen Hauch von Exklusivität.

Die Maschinen mit den Metall-Kapseln sind elende Müllproduzenten. Gerade Aluminium wird unter höchst umweltschädlichen Bedingungen abgebaut und verarbeitet. Jetzt hat man Hinz & Kunz endlich beigebracht, nicht jede Käseecke in Alufolie einzuwickeln (zumal Klarsichtfolie sowieso besser geeignet ist), und dann kommen die Tassimos und Nespressos, um uns mit einem neuen Alu-Kult zu nerven.

Ich habe eine Senseo, das reicht mir. Die Papierpads sind geschmacklich neutral, und auch umwelttechnisch nicht schlimmer als eine große Filtertüte. Wer es ganz “öko” mag, kann sich ein befüllbares Pad kaufen und mit Dritte-Welt-Kaffee genießen. Oder gleich die “French Press” nehmen. Natürlich geht auch die gute alte Kaffeemaschine mit Schwenkfilter.

Und wenn man die Alu-Bomber aus Prestige-Gründen kauft: warum legt man sich nicht gleich eine richtige Kaffeemaschine zu, bei der die Bohnen der Wahl noch vor den Augen des Besitzers gemahlen werden? Vermutlich weil Saeco keine eigenes Schnöselmagazin für Möchtegern-Bonvivants herausgibt.

24. April 2007, 07:39 Uhr

Einen Schritt vor, zwei Schritte zurück

Hewlett-Packard will die Preise für Tintenpatronen deutlich senken. Grund ist die Billigkonkurrenz der Nachfüller und Alternativpatronenanbieter. Das ist auch aus auch aus ökologischer Sicht wichtig — man denke an das preisliche Missverhältnis zwischen Partonenerwerb und Druckerneukauf: Viele Verbraucher kaufen billige Drucker und gehen lieber das Risiko ein, mit billiger Tinte oder fehlerhaft befüllten Patronen den Drucker zu beschädigen, als sich die überteuerten Originalpatronen zu kaufen. Denn mit nur einem erfolgreichen Zyklus mit preiswerten Patronen hat sich das Ganze amortisiert. Und die Erfahrung zeigt, dass man mit alternativen Tinten und Patronen durchaus gut fährt.

Doch was sich zunächst so anhört, als wäre man bei HP endlich zur Vernunft gekommen, ist in Wirklichkeit alter Wein in neuen Schläuchen: Statt die Druckerpreise langsam wieder auf ein realistisches Niveau zu bringen, will HP ebenfalls Billigtinte produzieren: So will man etwa “Dokumententinte”, die nicht lichtecht ist, für 10 Euro pro Patrone verkaufen. Fraglich bleibt, ob das nun ein Allheilmittel sein kann — denn teurer als die Refill-Konkurrenz ist HP damit immer noch, jedoch die Qualität sinkt so wohl unter das Niveau der “Alternativen”.

13. April 2007, 15:11 Uhr

RFID — es ist wieder einmal soweit

Wieder hat sich irgendein verkokster Manager von der RFID-Lobby bequarken lassen — diesmal bei der Telekom Austria. Dass RFID den Interessen der Verbraucher diametral entgegensteht und eine Umweltsauerei sondergleichen ist, wird auf nahezu bewundernswerte Weise ignoriert.

Ich darf übrigens auch nochmal auf einen Vortrag verweisen (1, 2), den ich im März 2005 im Düsseldorfer ZAKK zum Thema RFID gehalten habe.