14. Juli 2008, 15:39 Uhr
Es ist schon erstaunlich, wie es die Atomlobby schafft, die Titelseiten der konservativen Blätter für sich in Beschlag zu nehmen und den Deutschen die Atomenergie (wieder) schmackhaft zu machen. Mit einer offenbar gigantischen PR-Maschinerie schaffen es die Drahtzieher der Pro-Atomkraft-Lobby nicht nur, so zu tun, als bestünde halb Deutschland aus Atomkraft-Jubelpersern, sondern sie schaffen es offenbar auch tatsächlich, einen großen Teil der Bevölkerung für sich einzunehmen. Im Verbund mit offensichtlich korrupten Autoren und Redakteuren von “Qualitätsblättern” wie FAZ und Welt (von Rattendreck wie Bild und Co. ganz zu schweigen) preisen sie in einer gigantischen PR-Aktion die Segnungen der Atomenergie, während Risiken und Probleme allenfalls in Nebensätzen erwähnt werden. (Klar, die üblichen Verdächtigen haben den Braten gerochen: Bernward Janzing hat in der taz einige Argumente gegen die Atom-PR zusammengetragen, die zwar nicht allzu eingängig und m.E. auch nicht alle schlüssig sind, aber immerhin einen kleinen Gegenpol darstellen. Die Grünen zetern fürchterlich über die CDU, die Koalition in Hamburg scheint davon aber unbeschadet.)
Das Ergebnis der PR-Kampagne ist beachtlich: Millionen von sturzdebilen Teutonen sorgen sich um Ihren “Lebensstandard”, d.h. mit dem Auto zu Aldi und vorm Fernseher einschlafen. Das sind übrigens die gleichen Leute, die sich von der gleichen Lobby einreden lassen, Windräder verunstalteten die Landschaft und seien zudem gesundheits- und umweltschädlich.
Wenn es nach mir ginge, würde man all die neuen “Freunde der Atomkraft” zur Strafe für ihre Borniertheit und ihren Egoismus in die Nähe eines Atommüll-Endlagers umsiedeln. Die Atomlobbyisten mitsamt ihren Helfershelfern in Politik und Medien würde man jedoch in die “Zone 3″ umsiedeln und nur für medizinische Experimente ab und zu besuchen.
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Politik, Gesellschaft, Medien, Wirtschaft
Atomkraft, FAZ, Lobbyismus, Propaganda
14. August 2007, 12:10 Uhr
Wie bei Stefan Niggemeier zu lesen ist, hat Alice Schwarzer die Diskussion um ihr Mitwirken an der jüngsten BILD-Werbekampagne vollständig aus ihrem Gästebuch getilgt.
Niggemeier sagt:
Und bevor jetzt jemand „Zensur!” schreit: Natürlich hat Alice Schwarzer das Recht dazu, mit ihrer Homepage zu machen, was sie will. Sie kann sich sorgsam exakt das Gästebuch zusammenklöppeln, das sie gerne hätte.
Natürlich hat sie dieses Recht. Aber Zensur ist es trotzdem. Zwar keine rechtswidrige, da private und sich aufs Hausrecht berufende, aber dennoch ein Unterdrücken misliebiger Meinungen. Ich könnte es verstehen, wenn man vereinzelt Beiträge löscht oder bearbeitet, etwa wenn sie übermäßig polemisch, diffamierend oder rechtlich fragwürdig sind, aber das vollständige Auslöschen einer Episode hat schon — mit Verlaub — stalinistische Ausmaße. (Wir erinnern uns: Unter Stalin wurden sogar historische Fotos retuschiert, um umliebsame Personen wie Leo Trotzki aus den Geschichtsbüchern zu tilgen.)
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Gesellschaft, Medien
Alice Schwarzer, BILD, Emma, Propaganda, Stefan Niggemeier, Zensur
13. Juli 2007, 10:15 Uhr
Während unser Terrorminister Wolfgang Schäuble schwer damit beschäftigt ist, die Stasi in den Schatten zu stellen, hat es in London einen “Terroranschlag” gegeben, der die Sicherheitsfanatikern geradezu begeistert. Betrachtet man allerdings den Verlauf der Tat, muss man wirklich zweifeln, ob man vor Al-Qaida und Co. wirklich Angst haben muss (sofern man das nicht vorher schon tat).
Untersucht man die Vorfälle genauer, reibt man sich ob des Dilettantismus der Täter die Augen: Der Fahrer des Autos, das angeblich vor dem Londoner Tiger Tiger Club explodieren sollte, war mit seinem Gefährt ins Schlingern geraten und hatte es gegen eine Mülltonne gesetzt. Während er torkelnd davon lief, begann die Ladung so sehr zu qualmen, dass eine Krankenwagenbesatzung die Polizei alarmierte. Ein zweiter PKW war in der Nähe abgestellt worden, und zwar ausgerechnet in einer Halteverbotszone, wo er todsicher auffallen musste. Beim Abschleppen roch der Wagen penetrant nach Benzin, so dass er sicherheitshalber außerhalb des vorgesehenen Parkhauses arretiert wurde. In Glasgow war der Jeep beim Versuch, in den Abfertigungsterminal des Flughafens zu brettern, gegen Sperrpoller gekracht. Offenbar hatten die Meisterterroristen nicht einmal vorher ihren Tatort inspiziert und die Schutzmaßnahmen abgecheckt. Was in allen Fällen als Sprengsätze ausgegeben wurde, waren Benzinkanister, Nägel und Propangasflaschen, irgendwie verbunden mit Mobiltelefonen, die nicht funktionierten. Das war nicht al Qaida, das waren höchstens Dick und Doof.
Quelle: http://www.freitag.de/2007/27-28/07280102.php
Und vor solchen Heinis machen wir uns in die Hosen und lassen uns unsere Freiheitsrechte abnehmen. Traurig.
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Politik, Gesellschaft, Medien
Medien, Propaganda, Terrorismus
3. Mai 2007, 20:57 Uhr
Existenzen werden zerstört, Organisationen werden unterdrückt. Völlig ohne Rechtsgrundlage und ohne den Betroffenen die Möglichkeit zu rechtsstaatlicher Verteidigung zu gewähren. Nur zum Kopfschütteln.
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Politik
Deutschland, Propaganda, Staatsterrorismus, Unterdrückung
18. April 2007, 11:10 Uhr
Der Kriminologe Christian Pfeiffer fordert anlässlich des Amoklaufs an der Universität von Blacksburg — wieder einmal — ein Verbot von sog. “Killerspielen”. Seiner Ansich nach haben sich viele der jugendlichen Amokläufer “erst am Computer in Stimmung geschossen”.
Ich persönlich denke schon, dass das Spielen von gewaltverherrlichenden Spielen Menschen dazu animieren kann, Gewalt als Methode zur Lösung von Problemen zu sehen. Die Psychologie bezeichnet das als “Beobachtungslernen” (nach Albert Bandura).
Dennoch: Einem Mensch aus einem stabilen sozialen Umfeld und einer halbwegs gefestigten Lebenssituation sollte andere Methoden als Gewalttätigkeit zur Verfügung stehen. Nur Menschen, die sozial isoliert sind und/oder am existenziellen Abgrund stehen, kommen auf die Idee, erst zig andere Menschen und anschließend sich selbst zu töten. Leider ist es derzeit in den westlichen Gesellschaften so, dass Umstände wie soziale Isolation und Existenzangst gefördert bzw. ignoriert werden.
Abgesehen davon: Amokläufe sind Einzelfälle, die es immer gegeben hat und wohl noch öfter geben wird. Warum muss man eigentlich nach jedem solcher Vorfälle die Zügel anziehen?! Das führt mit Sicherheit nicht zu einer entspannteren Gesellschaft.
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Politik, Gesellschaft, Technologie
Aktionismus, Pfeiffer, Propaganda, Psychologie
13. April 2007, 15:11 Uhr
Wieder hat sich irgendein verkokster Manager von der RFID-Lobby bequarken lassen — diesmal bei der Telekom Austria. Dass RFID den Interessen der Verbraucher diametral entgegensteht und eine Umweltsauerei sondergleichen ist, wird auf nahezu bewundernswerte Weise ignoriert.
Ich darf übrigens auch nochmal auf einen Vortrag verweisen (1, 2), den ich im März 2005 im Düsseldorfer ZAKK zum Thema RFID gehalten habe.
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Politik, Gesellschaft, Technologie
Propaganda, RFID, Umwelt