9. Juni 2007, 10:45 Uhr

Der Geruch von Geld macht wahnsinnig (1)

Da will doch tatsächlich eine Patentklitsche sich das Konzept des Patchens patentieren lassen. Haben die noch nie was von Prior Art gehört? Glauben die ernsthaft, Microsoft und Co. erpressen zu können? Naja, Hauptsache man lässt von sich hören. “Es gibt keine schlechte PR” — oder wie war das?

17. Mai 2007, 11:10 Uhr

Demo gegen Softwarepatente am 26.05. in D’dorf

Die Düsseldorfer Linux User Group (dlug) ruft zu einer in Düsseldorf stattfindenden Demonstration gegen die Einführung von Softwarepatenten durch die Hintertür auf. Das ganze soll 11:00 am HBf starten und mit einem kleinen Zug durch die Stadt um 13:00 fertig sein. Details und eine gute Beschreibung der Problematik sind auf der o.g. Seite zu finden.

Wir erinnern uns: Im Juli 2005 hat das Europaparlament den Bestrebungen der Industrielobby um eine Legalisierung von Softwarepatenten ein Ende gesetzt, indem nach jahrelanger Auseinandersetzung ein entsprechender Richtlinienentwurf im Parlament abgelehnt wurde.

Obwohl ein großer Teil der Bevölkerung sowie die höchste demokratische Institution Europas ihre Ablehnung klar zum Ausdruck brachten, besitzen die Lobbyisten nun die Dreistigkeit, Softwarepatente nun im Fahrwasser der europäischen Harmonisierung des Patentwesens durchdrücken zu wollen. Dem gilt es deutlich zu widersprechen! Deshalb wäre es schön, wenn möglichst viele Teilnehmer mit der Demonstration ein Zeichen setzen.

16. Mai 2007, 11:53 Uhr

Microsoft macht sich wieder mal lächerlich

Gestern ging eine News durch die Online-Medien, die zumindest bei den Verfechtern Freier Software diverse Emotionen auslöste — und zwar vorwiegend Belustigung. Microsoft behauptet, Freie Software würde exakt 235 seiner Patente verletzen. Der Knaller: Microsoft verschweigt, um welche Patente es sich konkret handeln soll. Während man in Redmond mit dieser Mitteilung wohl eher Verunsicherung unter den Anwendern Freier Software stiften wollte, diente die Verlautbarung eher der allgemeinen Belustigung über die arrogante Dämlichkeit des Milliardenkonzerns. Denn so eine halbgare Drohung ohne handfeste Hintergründe ist einfach nur peinlich.

Und natürlich auch eine Vorlage für die gegnerische Partei: So ließ es sich Linus Torvalds (dessen Linux-Kernel immerhin 42 Patente verletzen soll) nicht nehmen, den PR-Fehlpass aus Redmond direkt zu “verwandeln”. Er antwortete heute mit dem, was Microsoft eigentlich schon selbst implizit wissen ließ:

Würde Microsoft die Stellen nennen, so würde entweder klar, dass Linux gar keine Patente verletze - was Torvalds für recht wahrscheinlich hält - oder würde eben ermöglichen, die Verstöße zu verhindern. Dass Microsoft aber keine Details nennt, ist laut Torvalds ein Zeichen dafür, dass sie keine sicheren Patentverletzungen vorweisen könnten und daher lieber auf Verunsicherung setzen würden.
Zitiert nach: golem.de, dort wiederum nach InformationWeek

Ach, und übrigens: In Europa sind Softwarepatente sowieso nach wie vor nichtig, auch wenn Industriebonzen und deren Anwaltshorden mehr denn je versuchen, den artikulierten Willen von EU-Bevölkerung und demokratischen Institutionen zu untergraben.