Netbooks und Linux: Es fing so schön an …
Ich brauche nicht wirklich ein Notebook — höchstens um mal E-Mails abzurufen oder im Flieger einen Film zu schauen. Daher finde ich es klasse, dass es seit Mitte des letzten Jahres sog. Netbooks gibt, also extrem kleine, leichte Notebooks. Noch “klasser” fand ich, dass Asus sich bei der Mutter der Netbooks, dem EeePC 701, für Linux entschieden hat — wenn auch eher unfreiwillig aufgrund der für Windows XP zu schwachen Ausstattung. Allerdings war mir der EeePC 701 zo popelig, ich wollte lieber die (zu dem Zeitpunkt schon angekündigten) neueren Modelle mit größeren Bildschirmen und besserer Ausstattung abwarten.
Nun ist seit dem Erscheinen des ersten EeePC ziemlich genau ein Jahr ins Land gegangen, und der EeePC hat einige Nachfolger (u.a. EeePC 900, 900A, 901, 1000H) und Nachahmer (u.a. MSI Wind, Lenovo S9, HP 2133) gefunden. Mit diesen, nun wieder leistungsstärkeren Geräten, ist auch die Linux-Euphorie gedämpft worden: Microsoft hat die aus ihrer Sicht immense Bedrohung erkannt, dass ein Endanwendergerät mit Linux auf breite Begeisterung stößt. Daraufhin hat Redmond seine Schergen in die Zentralen der Hardware-Hersteller entsandt, um dafür zu sorgen, dass die neuen Geräte mindestens auch, wenn nicht gar nur mit Windows zu haben sind.
Insbesondere bei Asus Deutschland scheint man dabei auf offene Ohren gestoßen zu sein, denn dort wird Linux nur noch wie ein Stiefkind behandelt: Erst gab es gar keine der neuen EeePCs mit Linux, dann wurde der Linux-900A auf den Markt geworfen — welcher zu dem Zeitpunkt dem schon verkauften und nur mit Windows erhältlichen 901 deutlich unterlegen war. Das ist allerdings nur in Deutschland so; überall anders kann man den EeePC 901 auch mit Linux haben — und das sogar mit besserer Ausstattung als die Windows-Version.
Was also tun? Natürlich gibt es auch andere schöne Netbooks. Doch am besten gefallen mir die EeePCs 901 und 1000(H), denn deren Leistung, Ausstattung und Akkulaufzeiten sind perfekt für mich. Bei ixsoft.de kann man immerhin einen 901 oder 1000H mit EeePC-Linux zusätzlich zum Windows erstehen — was immerhin die (aufgrund der speziellen und neuen Hardware vermutlich nicht triviale) Installation erübrigt; die Windows-Zwangslizenz hat man dann aber immer noch an der Backe. Doch genau die will ich nicht. Nicht, dass es mir ums Geld ginge — nein. Ich weigere mich schlichtweg, das grundverkehrte Microsoft-Regime der OEM-Zwangslizenzen zu unterstützen.
In naher Zukunft soll der EeePC S101 erscheinen, und er soll wohl auch mit Linux zu haben sein. Auch in Deutschland? Ich jedenfalls werde Asus keinen Cent geben, solange nicht Linux hierzulande gleichwertig zu Windows behandelt wird. Das Linux ist da, die Hardware-Unterstützung auch (ist ja in mühevoller Arbeit entwickelt worden) — es gibt diesmal also keinen Grund, Windows zu bevorzugen.


