20. Mai 2008, 16:35 Uhr

Wider die Suggestivumfragen! (3)

Wieder einmal eine dümmliche Suggestivumfrage auf taz.de: Die Nominierung von Gesine Schwan hat doch mit Horst Köhler zunächst gar nichts zu tun. Warum suggeriert taz.de, dass die Entscheidung für oder gegen Frau Schwan einen Bezug zu Köhler hätte?

Suggestivumfrage, die Dritte

Die Frage lautet: “Soll die SPD sie [Gesine Schwan] erneut ins Rennen schicken?” Die Ja-Antwort lautet: “Unbedingt. Sie ist gut, und Köhler geht gar nicht.” Während der erste Teil der Begründung (”sie ist gut”) eine sinnvolle Antwortmöglichkeit ist, fragt man sich bei “Köhler geht gar nicht”, was der denn mit der SPD-Nominierung zu tun hat.

Noch blöder ist die Nein-Antwort: “Nein, Köhler ist immens beliebt.” Ob Köhler immens beliebt ist, ist doch gar nicht Thema! Die Frage ist, ob Gesine Schwan aufgestellt werden soll. Aber offenbar geht es gar nicht um Frau Schwan, sondern darum, Horst Köhler abzuwatschen.

Zur letzten Antwortmöglichkeit fällt mir zweierlei ein: Erstens, offenbar muss bei taz.de aller guten Dinge drei sein; anders ist die völlig sinnfreie dritte Antwortvorgabe nicht zu erklären. Zweitens, die Unfähigkeit des Poll-Praktikanten, geläufige Redewendungen im korrekten Kasus zu benutzen, spricht neben der inhaltlichen Erbärmlichkeit der Umfragen deutliche Worte über seine journalistische Eignung.