16. Mai 2007, 11:53 Uhr
Gestern ging eine News durch die Online-Medien, die zumindest bei den Verfechtern Freier Software diverse Emotionen auslöste — und zwar vorwiegend Belustigung. Microsoft behauptet, Freie Software würde exakt 235 seiner Patente verletzen. Der Knaller: Microsoft verschweigt, um welche Patente es sich konkret handeln soll. Während man in Redmond mit dieser Mitteilung wohl eher Verunsicherung unter den Anwendern Freier Software stiften wollte, diente die Verlautbarung eher der allgemeinen Belustigung über die arrogante Dämlichkeit des Milliardenkonzerns. Denn so eine halbgare Drohung ohne handfeste Hintergründe ist einfach nur peinlich.
Und natürlich auch eine Vorlage für die gegnerische Partei: So ließ es sich Linus Torvalds (dessen Linux-Kernel immerhin 42 Patente verletzen soll) nicht nehmen, den PR-Fehlpass aus Redmond direkt zu “verwandeln”. Er antwortete heute mit dem, was Microsoft eigentlich schon selbst implizit wissen ließ:
Würde Microsoft die Stellen nennen, so würde entweder klar, dass Linux gar keine Patente verletze - was Torvalds für recht wahrscheinlich hält - oder würde eben ermöglichen, die Verstöße zu verhindern. Dass Microsoft aber keine Details nennt, ist laut Torvalds ein Zeichen dafür, dass sie keine sicheren Patentverletzungen vorweisen könnten und daher lieber auf Verunsicherung setzen würden.
Zitiert nach: golem.de, dort wiederum nach InformationWeek
Ach, und übrigens: In Europa sind Softwarepatente sowieso nach wie vor nichtig, auch wenn Industriebonzen und deren Anwaltshorden mehr denn je versuchen, den artikulierten Willen von EU-Bevölkerung und demokratischen Institutionen zu untergraben.
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4. April 2007, 23:22 Uhr
Aha — Trent Reznor will auf seine alten Tage nochmal was ganz neues machen. Nur zu, dieser Mann steht für Qualität, und was er anfängt, hat normalerweise Hand und Fuß — auch wenn ich persönlich ihm außer der Downward Spiral (jaja, ich weiß) musikalisch nicht viel abgewinnen kann.
Allerdings ist Mr. Reznor aber auch eine große Nummer im Musik-Business und keiner, der sich — soweit ich weiß — durch substantielle Kritik an den Praktiken der Majors hervorgetan hat. Nun hat der gute Trent eine virale Kampagne ins Leben gerufen und wollte ein bissel Aktionskunst im Web betreiben, hat allerdings die Rechnung ohne einige der Wirte gemacht, i.e. Blogger bzw. NIN-Fans. Beides in Personalunion ist Jeriko One, alter Haudegen im WPD-Forum und neuerdings das deutsche Sprachrohr der WLTC. (Tchja, so klein ist die Welt… und gerade sehe ich auf Jerikos Website, dass er die genialen Bettie Ford verlinkt hat… wusste gar nicht, dass die im Mai ein Konzert im Underground geben.)
Naja, wie auch immer — der Kreis schließt sich — nun hat das Plattenlabel Universal Music, in Deutschland für den Vertrieb von NIN-Produkten verantwortlich, eben diesen Jeriko abgemahnt, da er Herrn Reznors Internetspielchen mitgespielt hatte, indem er ein von erstem in Umlauf gebrachtes Musikstück zum Download anbot. Das lässt nun einige Vermutungen offen; zum Beispiel, wieso es nicht mal in Bereichen, in denen es um Millionen Dollares geht, eine vernünftige Koordination gibt, oder warum Universal blindwütig seine Multiplikatoren zusammenstutzen will. Wie dem auch sei, für Jeriko gibt es nach einem längeren Techtelmechtel mit der von Universal engagierten Jurisprudenz ein halbwegs glückliches Ende — er konnte die Abmahnung gegen ein romantisches Abendessen mit Trent ein paar Konzerttickets eintauschen.
Nachtrag: Scheint auch ganz nett gewesen zu sein, das “ertauschte” Konzert.
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