14. August 2007, 12:10 Uhr

Privatzensur ist auch Zensur

Wie bei Stefan Niggemeier zu lesen ist, hat Alice Schwarzer die Diskussion um ihr Mitwirken an der jüngsten BILD-Werbekampagne vollständig aus ihrem Gästebuch getilgt.

Niggemeier sagt:

Und bevor jetzt jemand „Zensur!” schreit: Natürlich hat Alice Schwarzer das Recht dazu, mit ihrer Homepage zu machen, was sie will. Sie kann sich sorgsam exakt das Gästebuch zusammenklöppeln, das sie gerne hätte.

Natürlich hat sie dieses Recht. Aber Zensur ist es trotzdem. Zwar keine rechtswidrige, da private und sich aufs Hausrecht berufende, aber dennoch ein Unterdrücken misliebiger Meinungen. Ich könnte es verstehen, wenn man vereinzelt Beiträge löscht oder bearbeitet, etwa wenn sie übermäßig polemisch, diffamierend oder rechtlich fragwürdig sind, aber das vollständige Auslöschen einer Episode hat schon — mit Verlaub — stalinistische Ausmaße. (Wir erinnern uns: Unter Stalin wurden sogar historische Fotos retuschiert, um umliebsame Personen wie Leo Trotzki aus den Geschichtsbüchern zu tilgen.)
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