Alu-Bomber für schnöseliges Kaffee-Erlebnis
Warum muss man eine Kaffee-Maschine kaufen, die pro Jahr und durchschnittlichem Kaffeetrinker ca. 5 kg Aluminium verbraucht? Antwort: Die Schnösel und Neureichen finden sich cool, wenn sie einem Kaffeemaschinenbesitzerclub beitreten können. Wenn es schon für den Golfclub nicht reicht, so erheischt man sich doch zumindest so einen Hauch von Exklusivität.
Die Maschinen mit den Metall-Kapseln sind elende Müllproduzenten. Gerade Aluminium wird unter höchst umweltschädlichen Bedingungen abgebaut und verarbeitet. Jetzt hat man Hinz & Kunz endlich beigebracht, nicht jede Käseecke in Alufolie einzuwickeln (zumal Klarsichtfolie sowieso besser geeignet ist), und dann kommen die Tassimos und Nespressos, um uns mit einem neuen Alu-Kult zu nerven.
Ich habe eine Senseo, das reicht mir. Die Papierpads sind geschmacklich neutral, und auch umwelttechnisch nicht schlimmer als eine große Filtertüte. Wer es ganz “öko” mag, kann sich ein befüllbares Pad kaufen und mit Dritte-Welt-Kaffee genießen. Oder gleich die “French Press” nehmen. Natürlich geht auch die gute alte Kaffeemaschine mit Schwenkfilter.
Und wenn man die Alu-Bomber aus Prestige-Gründen kauft: warum legt man sich nicht gleich eine richtige Kaffeemaschine zu, bei der die Bohnen der Wahl noch vor den Augen des Besitzers gemahlen werden? Vermutlich weil Saeco keine eigenes Schnöselmagazin für Möchtegern-Bonvivants herausgibt.



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