7. November 2007, 09:52 Uhr

Welch eine unheimlich dumme Firma

Da investieren Fans 4 Jahre und 10.000 Euro, um auf eigene Rechung und rein zum Vergnügen einen Film zu Ihrem Lieblingsspiel Warhammer 40,000 zu produzieren. Wie reagiert die Firma, die die Markenrechte an dem Spiel innehat? Man sollte meinen, dass sie sich freut, so treue Fans zu haben, dass sie mit Freude ihr Einverständnis zur Verbreitung dieser kostenlosen PR-Maßnahme gibt. Aber nein, die Firma Games Workshop beharrt kindischerweise darauf, dass der Film Markenrechte verletze und verbietet die Veröffentlichung.

Keine Ahnung von deutschem Recht

Zudem zeigt man bei Games Workshop, dass man keine Ahnung von deutschem Marken- und Urheberrecht hat — oder aber man gibt Unwissenheit vor, um sich aus der Affäre zu ziehen:

Andy Jones, legal and licensing head for Games Workshop, said this law confers rights on the creators of works that cannot be given away. This means that the creators of Damnatus cannot assign their rights to Games Workshop even if they wanted to. But by sanctioning the release of the film without this “assignment” Games Workshop would essentially be giving up the title to the Warhammer 40,000 intellectual property.
BBC News: Copyright law scuppers fan film

So einen Schwachsinn hat man selten gelesen, und es ist erbärmlich, dass ein ausgebildeter Jurist so einen Quark von sich gibt. Wenn es so wäre, wie Jones es darstellt, dann könnte man ja überhaupt keine Auftragswerke in Deutschland herstellen! Wie sollte etwa die Degoto weiterhin Schund für die ARD produzieren, wenn die ARD nicht die Nutzungsrechte daran bekäme?

Was Jones meint ist folgendes: In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ist das Werk mit dem Urheber unauslöschlich verbunden, bestimmte Rechte kann er einfach nicht abtreten. In Großbritannien und den USA ist das anders: Dort kann man alle Rechte an einem geistigen Werk an jemand anderen abtreten. Darum heißt es auch in Deutschland Urheberrecht und bei den Briten Copyright. Das hat allerdings kaum Auswirkungen auf den real existierenden Kapitalismus — denn wenn Knebelverträge, mit denen Migrantenkinder ihre Seelen an Dieter Bohlen verkaufen, in Deutschland nicht möglich wären, gäbe es keine Castingshows (und das wäre doch schade). Es ist also sehr wohl möglich, die Nutzungsrechte an einem Werk praktisch vollständig zu erwerben, es ist allein eine Frage der Vertragsgestaltung. Es ist auch mitnichten so, dass man seine Markenrechte abtritt, wenn man jemandem eine Lizenz zur Nutzung der Marke erteilt — wenn dem so wäre, gäbe es in Deutschland kein McDonalds, denn das ganze Franchise-System beruht eben auf Markenlizensierung.

Was wäre verloren, wenn man — ganz ohne großes Aufhebens — eine einfache Nutzungslizenz für den Namen einräumen würde? Genau, nichts. Doch von alledem will man bei Games Workshop offenbar nichts wissen. Stattdessen vergrault man Hardcore-Fans mit kleinkarierten Rechtsstreitigkeiten.

Souverän ist anders

Dass man als Markeninhaber und Spielwarenhersteller mit einer verspielten und kreativen Fanbasis durchaus gelassen bleiben kann — selbst wenn die hauseigene Markenrechtsabteilung einen an der Waffel hat — sieht man an den Stop-Motion-Filmen aus Legosteinen, die sogar schon ein eigenes filmisches Genre, den Brickfilm, begründet haben.

29. Oktober 2007, 22:59 Uhr

Personensuchmaschinen und Datenschutz

Personensuchmaschinen (ich kürze das mal mit PSM ab) sammeln Daten, die sie zu einzelnen Personen im Web finden und verknüpfen sie automatisiert zu einem Datenprofil. Aus datenschutzrechtlicher und -technischer Sicht sind sie höchst umstritten, was aber ihre Betreiber — verständlicher-, aber nicht verzeihlicherweise — wenig schert. Während man gegen US-amerikanische PSM wie spock.com in rechtlicher Hinsicht wenig ausrichten kann, wird es in der Diskussion hierzulande mit dem Start der deutschen PSM Yasni durchaus auch zu juristischen Bewertungen kommen. Vorweg wie immer der Hinweis: Ich bin kein ausgebildeter Jurist, die folgenden Ausführungen können also juristisch unrichtig oder unvollständig sein.

Die falschen Freunde des Datenschutzes

Meinen ersten direkten Kontakt zu einer PSM hatte ich mit den Betreibern der PSM Rapleaf. An sich klingt es ja nach einer interessanten Idee, Wissenswertes über seine Mitmenschen zusammenzutragen. Allerdings sollte das nur mit ihrem Einverständnis geschehen, außerdem müssen sie jederzeit die volle Kontrolle über die Daten haben. Das ist bei Personensuchmaschinen nicht der Fall. Das hält aber ihre Betreiber nicht davon ab, sich als Freunde des Datenschutzes zu rühmen:

Die yasni-Macher werben aber anders als ihre Vorbilder damit, die Privatsphäre der Nutzer als “zentralen Bestandteil” des Dienstes zu sehen. “Wir schaffen Transparenz, auch im Sinne des Datenschutzes”, verkündete der Gründer des Suchangebots, Steffen Rühl, zum Start am heutigen Montag in Frankfurt.
Heise online: Umstrittene Personensuche jetzt auch auf deutsch

Das Argument, eine Personensuchmaschine sei dem Datenschutz zuträglich, ist entweder eine bewusste Lüge oder ein Zeichen völliger Ignoranz. Wenn Daten über meine Person in konzentrierter Form vorliegen, so hat das eine neue Qualität gegenüber unsortiert verstreuten Informationen. Ob konzentrierte Datensammlungen nun gut oder schlecht sind, sei zunächst dahingestellt, aber eine strukturierte Datensammlung hat ja eben zum Zweck, die Daten aus dem Schutz und Schatten des scheinbar Verborgenen herauszusuchen.

Mein Name ist im Web durchaus mehrfach zu finden. Etwa auf eigenen Websites im Impressum, außerdem in Mailinglistenarchiven, auch auf anderen Websites, die über von mir entwickelte Software schreiben. Dennoch will ich nicht, dass diese PSM meinen Namen verarbeiten und nach eigenem Gutdünken und aus monetären Interessen ein Datenprofil zu meinem Namen anlegen.

Juristisch fragwürdig

Allein juristisch ist die ganze Sache sehr fragwürdig. Dem Bundesdatenschutzgesetz zufolge dürfen personenbezogene Daten zwar durchaus ohne explizite Einwilligung des Betroffenen verarbeitet werden, allerdings nur, wenn “keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass überwiegende schutzwürdige Interessen des Betroffenen beeinträchtigt werden”, allerdings kann das im Falle der PSM nicht für alle Betroffenen festgelegt werden. Dennoch, es gilt das Gebot der Datensparsamkeit, das allerdings die PSM gänzlich ad absurdum führen würde. Und so gehen die Betreiber einfach davon aus, dass die Betroffenen nichts gegen die Speicherung haben bzw. dass keine schutzwürdigen Interessen beeinträchtigt werden, und sie ignorieren das Gebot der Datensparsamkeit.

Unerwünschte, dem ursprünglichen Zweck zuwiderlaufende Verwendung

Nun zur Frage, was denn so schlimm an der PSM ist, wenn die Daten doch sowieso verfügbar sind. Es gibt im Web prinzipiell drei Möglichkeiten, als Person gefunden zu werden: zum einen willentlich über Social-Network-Seiten (XING, Facebook und Co.), zum zweiten inkaufnehmend (etwa bei Foren und Mailinglisten, in/auf denen man unter seinem Namen schreibt) und schließlich notgedrungen (Impressum, WHOIS). Zumindest bei den letzten beiden macht man dies eben *nicht* um hinterher über den Namen gefunden zu werden, sondern aus Höflichkeit bzw. Notwendigkeit. Aber auch bei der willentlichen Preisgabe seines Namens und damit verknüpfter Informationen tut man dies zu bestimmten Regeln, nämlich den AGB und Datenschutzbedingungen des Plattformanbieters. Es ist auch mitnichten so, dass man mit der Teilnahme an einem sozialen Netzwerk auch zustimmt, dass die Daten von einer dritten Partei entnommen und in einen anderen Kontext gestellt werden. Die PSM stellt also Daten bereit, von denen niemand gewollt hat, dass sie in dieser Form bereitstehen. Es mag zwar sein, dass einige sich freuen, anderen es egal ist, aber einem großen Teil der Betroffenen kann es nicht recht sein, dass zu ihrer Person ein automatisiertes Profil angelegt wurde. Denn normalerweise hat jeder Mensch das Bedürfnis, Informationen über sich selbst auch selbst zu kontrollieren. Der Fachbegriff dafür lautet “Informationelle Selbstbestimmung”, und es ist ein verbrieftes Recht. Doch mit einer Personensuchmaschine wird dieses Recht umgangen, denn alleine die Existenz von personenbezogenen Daten untergräbt die informationelle Selbstkontrolle des Betroffenen.

Dazu kommt noch die Tatsache, dass — wie im Falle Yasni — andere Benutzer die personenbezogenen Daten eines Betroffenen ändern können. Das wird von den Betreibern als positiv und datenschutzfreundlich dargestellt, bedeutet aber tatsächlich, dass jedermann jederzeit beliebige Informationen einstellen kann. (Das Problem kennen wir aus der Wikipedia, allerdings gibt es dort nur wenige Artikel, die für derartige Manipulationen in Frage kommen.) Die informationelle Selbstkontrolle wird also nicht nur untergraben, indem Profile automatisiert angelegt werden (worauf man prinzipiell noch Einfluss haben könnte) — nein, sie wird zudem untergraben, indem man als Betroffener ständig Angst haben muss, dass jemand — auch Konkurrenten und Gegner — zu einem beliebigen Zeitpunkt unvorteihafte und falsche Daten einstellt.

Was tun?

Fazit: Die Aussage, eine Personensuchmaschine würde den Datenschutz stärken, ist genau so irreführend wie die Aussage eines Spammers, er wolle den Empfänger mit wichtigen Informationen versorgen. Letztendlich geben sich beide — PSM und Spammer — als Wohltäter aus, aber handeln im vorgeblichen Interesse des Betroffenen zu seinem Nachteil.

Was kann man also tun? Wenn ich mich als einzelner Betroffener sehr wohl beeinträchtigt beeinträchtigt fühle, müsste ich wohl den Betreiber explizit auffordern, Daten zu meinem Namen zu löschen und zukünftige Speicherung zu unterlassen. Ich werde dies im Falle Yasni alleine schon aus Prinzip ernsthaft in Erwägung ziehen, und es bleibt zu hoffen, dass auch andere sich nicht damit abfinden, dass jemand mit ihren persönlichen Daten ein gutes Geschäft machen will.

8. September 2007, 13:28 Uhr

Wie ich einmal 95 Prozent Müll kaufte

Es ist schon faszinierend, wie Alltagselektronik immer kleiner wird. Speziell in der Speichertechnik gibt es eine Revolution nach der anderen. So habe ich mir bereits vor über einem Jahr einen MicroSD-Speicherchip mit 1 GB Speicherkapazität zugelegt und war höchst fasziniert, dass man solch immense Datenmengen auf dem Volumen eines Milchzahns unterbringen kann.

Nun habe ich mir eine Digitalkamera zugelegt — und mit ihr einen SD-Speicherchip, welcher im Vergleich zur MicroSD-Karte geradezu klobig wirkt. Dennoch ist er ein echter Winzling von 32 mm × 24 mm × 2,1 mm. Damit jedoch der geneigte Käufer nicht das Gefühl hat, viel Geld für so ein kleines Dingelchen auszugeben, liefert es der Hersteller SanDisk es in einem Karton daher, der 145 mm × 114 mm × 30 mm groß ist. Das ist sage und schreibe mehr als das 300fache Volumen des Speicherchips. Nur mal zur Relation: Wenn ich zum Preis des Chips bei Aldi einkaufte und die Aldi-Waren à la SanDisk verpackt wären, müsste ich für einen Wocheneinkauf mit dem Tieflader anrücken. Hallo SanDisk! Geht’s noch?

Aber es kommt noch besser …

Weiterlesen »

23. August 2007, 12:53 Uhr

Zucker statt Dosenstrom

Hätte man ja gar nicht erwartet, dass Sony auch auf Öko macht. Oder war es eher eine Zufallsentdeckung?

Jedenfalls hat Sony es geschafft, einen MP3-Player mit Zucker zu betreiben. Das ist eine interessante Entwicklung im Bereich der regenerativen Energien, denn gerade im stark wachsenden Bereich der mobilen Unterhaltungselektronik wäre ökologische Energieerzeugung ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz. Denn momentan bedarf die Nutzung regenerativer Energien riesiger Infrastrukturen. Oder kann man sich vorstellen, ein Solarpanel oder eine Windkraftanlage in der Hose zu haben? Ein kleines Gezeitenkraftwerk wäre schon eher realistisch, höhöhö.

Für mich wäre die Verwendung regenerativer Energien sogar ein Argument, den Player zu kaufen. Allerdings kommt es nicht nur auf die Energieerzeugung im laufenden Betrieb an, sondern wichtige und trotzdem oft übersehene Faktoren sind die Energiebilanz in der Herstellung des Gerätes, die Ökobilanz der Produktion des Geräts (Rohstoffgewinnung und -verarbeitung, Logistik) und nicht zuletzt die Ökobilanz des regenerativen Treibstoffs. Auch daran werden sich Sony und Co. messen lassen. Aber wenn sie all das unter einen Hut bekommen und wirklich weitestgehend ökoneutrale Geräte herstellen, dann kann man wieder besseren Gewissens Elektrogeräte “konsumieren”.

30. Mai 2007, 10:49 Uhr

Diebe stehlen Datenkabel

Einer für’s Kuriositätenkabinett: Vor der vietnamesischen Küste haben Diebe tonnenweise Glasfaserkabel gestohlen. Das betroffene Kabel ist ein wichtiger Teil der vietnamesischen Anbindung an das Internet.

Im Übrigen ist das an sich keine Schockermeldung; Leitungen und Kabel erfreuen sich in Zeiten steigender Rohstoffpreise proportional steigender Beliebtheit. Man hört immer wieder von Baumärkten, denen ganze Lastwagenladungen Kupferrohre vom Hof geklaut werden. Aber eine Mannschaft mit Taucherausrüstung auszustatten und ganze Schiffsladungen Kabel aus dem Meer ziehen — das ist eine neue Dimension.

Mal sehen, wie die Verantwortlichen reagieren. Vielleicht brauchen wir ja bald keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mehr für die deutsche Marine vor den afrikanischen und arabischen Küsten.

29. Mai 2007, 12:41 Uhr

Unsicherheit per Gesetz

Das Strafgesetzbuch ist um einige Regelungen erweitert worden, die sogenannte “Hackerwerkzeuge” verbieten. Allerdings hat der Bundestag damit der professionellen und semiprofessionellen IT-Sicherheit in Deutschland einen Bärendienst erwiesen.

So nett das auch von unseren (leider völlig inkompetenten) Gesetzesdichtern gemeint war — die Novelle ist aus verschiedenen Gründen absoluter Murks.

  • Die Werkzeuge zum Angreifen eines Computersystems sind oft exakt die gleichen, die zum Aufdecken, Analysieren und Abwehren von Angriffen verwendet werden.
  • Es ist völlig unsinnig, solche Werkzeuge in Deutschland zu verbieten, da der überwiegende Teil von Angriffen aus dem Ausland stammt; meist aus Ländern, auf die Deutschland kaum Einfluss hat.
  • Es gibt nach Ansicht von Experten auch ohne die Novelle eine ausreichende Handhabe gegen Computerkriminalität.
  • Das Verbot wird sich im Privatbereich nicht durchsetzen lassen, da es für einen erfahrenen Anwender kein Problem ist, solche Tools zu verstecken (auch vor einer “Online-Durchsuchung”). Während professionelle Dienstleister sich aus geschäftlichen Erwägungen dem Verbot beugen müssen, wird es Kriminelle kaum interessieren.

Die Frage ist nun, warum wird eine solche Gesetzesnovelle trotz aller Bedenken und wider besseren Wissens durchgeprügelt? Blinder Aktionismus? Oder sollen kritische IT-Experten bald zu Terroristen erklärt werden?

17. Mai 2007, 11:10 Uhr

Demo gegen Softwarepatente am 26.05. in D’dorf

Die Düsseldorfer Linux User Group (dlug) ruft zu einer in Düsseldorf stattfindenden Demonstration gegen die Einführung von Softwarepatenten durch die Hintertür auf. Das ganze soll 11:00 am HBf starten und mit einem kleinen Zug durch die Stadt um 13:00 fertig sein. Details und eine gute Beschreibung der Problematik sind auf der o.g. Seite zu finden.

Wir erinnern uns: Im Juli 2005 hat das Europaparlament den Bestrebungen der Industrielobby um eine Legalisierung von Softwarepatenten ein Ende gesetzt, indem nach jahrelanger Auseinandersetzung ein entsprechender Richtlinienentwurf im Parlament abgelehnt wurde.

Obwohl ein großer Teil der Bevölkerung sowie die höchste demokratische Institution Europas ihre Ablehnung klar zum Ausdruck brachten, besitzen die Lobbyisten nun die Dreistigkeit, Softwarepatente nun im Fahrwasser der europäischen Harmonisierung des Patentwesens durchdrücken zu wollen. Dem gilt es deutlich zu widersprechen! Deshalb wäre es schön, wenn möglichst viele Teilnehmer mit der Demonstration ein Zeichen setzen.

16. Mai 2007, 11:53 Uhr

Microsoft macht sich wieder mal lächerlich

Gestern ging eine News durch die Online-Medien, die zumindest bei den Verfechtern Freier Software diverse Emotionen auslöste — und zwar vorwiegend Belustigung. Microsoft behauptet, Freie Software würde exakt 235 seiner Patente verletzen. Der Knaller: Microsoft verschweigt, um welche Patente es sich konkret handeln soll. Während man in Redmond mit dieser Mitteilung wohl eher Verunsicherung unter den Anwendern Freier Software stiften wollte, diente die Verlautbarung eher der allgemeinen Belustigung über die arrogante Dämlichkeit des Milliardenkonzerns. Denn so eine halbgare Drohung ohne handfeste Hintergründe ist einfach nur peinlich.

Und natürlich auch eine Vorlage für die gegnerische Partei: So ließ es sich Linus Torvalds (dessen Linux-Kernel immerhin 42 Patente verletzen soll) nicht nehmen, den PR-Fehlpass aus Redmond direkt zu “verwandeln”. Er antwortete heute mit dem, was Microsoft eigentlich schon selbst implizit wissen ließ:

Würde Microsoft die Stellen nennen, so würde entweder klar, dass Linux gar keine Patente verletze - was Torvalds für recht wahrscheinlich hält - oder würde eben ermöglichen, die Verstöße zu verhindern. Dass Microsoft aber keine Details nennt, ist laut Torvalds ein Zeichen dafür, dass sie keine sicheren Patentverletzungen vorweisen könnten und daher lieber auf Verunsicherung setzen würden.
Zitiert nach: golem.de, dort wiederum nach InformationWeek

Ach, und übrigens: In Europa sind Softwarepatente sowieso nach wie vor nichtig, auch wenn Industriebonzen und deren Anwaltshorden mehr denn je versuchen, den artikulierten Willen von EU-Bevölkerung und demokratischen Institutionen zu untergraben.

9. Mai 2007, 12:24 Uhr

Schirmherrschaft zur Förderung der kontroversen Diskussion

Wolfgang Schäuble übernimmt die Schirmherrschaft für den LinuxTag 2007. Das ist in der Tat eine Überraschung, denn der Innenminister hat sich durch seine antiliberale Haltung und die von ihm forcierte Zunahme der Überwachungsmaßnahmen unbeliebt gemacht, während die Linux-Community von der Grundhaltung eher liberal ist und Überwachungsmaßnahmen gegenüber prinzipell kritisch ist.

Aber gut, freuen wir uns auf zukünftige Schirmherrschaften:

  • Die KP Chinas übernimmt die Schirmherrschaft der nächsten Vollversammlung von amnesty international,
  • Greenpeace übernimmt die Schirmherrschaft der nächsten OPEC-Konferenz,
  • George Bush wird Schirmherr der nächsten PLO-Vollversammlung,

Heissa, das wird ein Spaß. Endlich wieder Mut zur Kontroverse!

2. Mai 2007, 11:52 Uhr

Dell mit Ubuntu II

Wie vermutet, so ist es nun eingetreten: Dell liefert zukünftig Linux-Notebooks mit Ubuntu aus. :)

Details zu den verfügbaren Modellen und Peripheriegeräten gibt es allerdings noch nicht. Sie sollen aber in den naher Zukunft bekannt gegeben werden.

Daumen hoch für Dell! Und hoffen wir, dass die Klientel des Versandhändlers von dem Angebot reichlich Gebrauch macht.

Ob Dell nun auch Abstand davon nimmt, Windows zu “empfehlen”, bleibt allerdings fraglich.