20. Mai 2007, 20:39 Uhr
Das wirtschaftliche und politische Leben, zumindest in den westlichen Ländern, ist von Technologie durchdrungen. Da sollte man doch annehmen, dass die wirtschaftlichen und politischen Führungspersönlichkeiten sich zumindest grundlegendes Wissen aneigenen, bevor sie weitreichende Entscheidungen über die gesellschaftlich relevante Verwendung bzw. Ausgestaltung von Technologien entscheiden (oder auch nicht).
Doch: Um die fachliche Kompetenz von Wolfgang “Online-Durchsuchung” Schäuble und seinen Kollegen ist es schlecht bestellt: Nicht einmal rudimentäre Kenntnisse von Alltagstechnologien sind von den Entscheidungsträgern zu erwarten — und das ist kein Problem des Alters, sondern des mangelnden Willens.
Das ist alles nicht wirklich neu, aber ein recht lesenswerter Beitrag im Handelsblatt-Blog wirft Licht auf Details und Hintergründe.
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Politik, Technologie
Inkompetenz, Internet
17. Mai 2007, 11:10 Uhr
Die Düsseldorfer Linux User Group (dlug) ruft zu einer in Düsseldorf stattfindenden Demonstration gegen die Einführung von Softwarepatenten durch die Hintertür auf. Das ganze soll 11:00 am HBf starten und mit einem kleinen Zug durch die Stadt um 13:00 fertig sein. Details und eine gute Beschreibung der Problematik sind auf der o.g. Seite zu finden.
Wir erinnern uns: Im Juli 2005 hat das Europaparlament den Bestrebungen der Industrielobby um eine Legalisierung von Softwarepatenten ein Ende gesetzt, indem nach jahrelanger Auseinandersetzung ein entsprechender Richtlinienentwurf im Parlament abgelehnt wurde.
Obwohl ein großer Teil der Bevölkerung sowie die höchste demokratische Institution Europas ihre Ablehnung klar zum Ausdruck brachten, besitzen die Lobbyisten nun die Dreistigkeit, Softwarepatente nun im Fahrwasser der europäischen Harmonisierung des Patentwesens durchdrücken zu wollen. Dem gilt es deutlich zu widersprechen! Deshalb wäre es schön, wenn möglichst viele Teilnehmer mit der Demonstration ein Zeichen setzen.
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Politik, Gesellschaft, Technologie, Wirtschaft
Demo, EU, Linux, Lobbyismus, Patente
16. Mai 2007, 11:53 Uhr
Gestern ging eine News durch die Online-Medien, die zumindest bei den Verfechtern Freier Software diverse Emotionen auslöste — und zwar vorwiegend Belustigung. Microsoft behauptet, Freie Software würde exakt 235 seiner Patente verletzen. Der Knaller: Microsoft verschweigt, um welche Patente es sich konkret handeln soll. Während man in Redmond mit dieser Mitteilung wohl eher Verunsicherung unter den Anwendern Freier Software stiften wollte, diente die Verlautbarung eher der allgemeinen Belustigung über die arrogante Dämlichkeit des Milliardenkonzerns. Denn so eine halbgare Drohung ohne handfeste Hintergründe ist einfach nur peinlich.
Und natürlich auch eine Vorlage für die gegnerische Partei: So ließ es sich Linus Torvalds (dessen Linux-Kernel immerhin 42 Patente verletzen soll) nicht nehmen, den PR-Fehlpass aus Redmond direkt zu “verwandeln”. Er antwortete heute mit dem, was Microsoft eigentlich schon selbst implizit wissen ließ:
Würde Microsoft die Stellen nennen, so würde entweder klar, dass Linux gar keine Patente verletze - was Torvalds für recht wahrscheinlich hält - oder würde eben ermöglichen, die Verstöße zu verhindern. Dass Microsoft aber keine Details nennt, ist laut Torvalds ein Zeichen dafür, dass sie keine sicheren Patentverletzungen vorweisen könnten und daher lieber auf Verunsicherung setzen würden.
Zitiert nach: golem.de, dort wiederum nach InformationWeek
Ach, und übrigens: In Europa sind Softwarepatente sowieso nach wie vor nichtig, auch wenn Industriebonzen und deren Anwaltshorden mehr denn je versuchen, den artikulierten Willen von EU-Bevölkerung und demokratischen Institutionen zu untergraben.
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Politik, Technologie, Wirtschaft
FUD, Linus Torvalds, Linux, Microsoft, Patente
9. Mai 2007, 12:24 Uhr
Wolfgang Schäuble übernimmt die Schirmherrschaft für den LinuxTag 2007. Das ist in der Tat eine Überraschung, denn der Innenminister hat sich durch seine antiliberale Haltung und die von ihm forcierte Zunahme der Überwachungsmaßnahmen unbeliebt gemacht, während die Linux-Community von der Grundhaltung eher liberal ist und Überwachungsmaßnahmen gegenüber prinzipell kritisch ist.
Aber gut, freuen wir uns auf zukünftige Schirmherrschaften:
- Die KP Chinas übernimmt die Schirmherrschaft der nächsten Vollversammlung von amnesty international,
- Greenpeace übernimmt die Schirmherrschaft der nächsten OPEC-Konferenz,
- George Bush wird Schirmherr der nächsten PLO-Vollversammlung,
Heissa, das wird ein Spaß. Endlich wieder Mut zur Kontroverse!
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Politik, Technologie, Wirtschaft
Community, Linux, OpenSource, Schäuble
3. Mai 2007, 21:15 Uhr
Dieser Tage wird in Berlin diskutiert, inwieweit die Stadt Teile ihrer Infrastruktur auf Freie Software migrieren soll bzw. kann. Vor allem wird diskutiert, ob die vorgesehene Migration plangemäß voran geht oder ob es Defizite bei der Umstellung gibt.
Derweil gibt es ein Expertenpapier vom Institut für Wirtschaftsinformatik, das nochmals feststellt, dass die (übrigens nach wie vor dramatisch verschuldete) Hauptstadt mit einer konsequenten OpenSource-Strategie massiv Kosten sparen könnte.
Die Expertise nennt als weitere Vorteile der Open-Source-Nutzung die Unabhängigkeit von Microsoft-Vorgaben bei der Lizenzierung und dem zyklischen Update von Software sowie die “Stärkung regionaler Wertschöpfung”. Von einer Open-Source-Strategie profitieren demnach vor allem kleine und mittlere IT-Unternehmen aus der Region. Sie übernehmen für die Verwaltungen in der Regel Dienstleistungen wie Programmierung, Konfiguration oder Anpassung von Open-Source-Software an spezifische Bedürfnisse sowie die Unterstützung in der Einführungsphase und späteren Support.
Quelle: golem.de
Das gilt übrigens nicht nur für die Stadt Berlin, sondern prinzipiell für alle Einrichtungen, die durch Steuereinnahmen finanziert werden.
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Politik, Technologie
Microsoft, OpenSource, PPP
3. Mai 2007, 20:57 Uhr
Existenzen werden zerstört, Organisationen werden unterdrückt. Völlig ohne Rechtsgrundlage und ohne den Betroffenen die Möglichkeit zu rechtsstaatlicher Verteidigung zu gewähren. Nur zum Kopfschütteln.
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Politik
Deutschland, Propaganda, Staatsterrorismus, Unterdrückung
18. April 2007, 20:27 Uhr
Die Stadt São Paulo hat seit neuestem jegliche Außenwerbung verboten. Ganz schön mutig! Wäre vielleicht auch mal was für hierzulande, wo mittlerweile jeder Quadratzentimeter an die Werbewirtschaft vermietet wird. Denn leider gibt es für den öffentlichen Raum keine Werbeblocker.
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Politik, Gesellschaft, Kunst & Kultur, Wirtschaft
Brasilien, Werbung
18. April 2007, 11:10 Uhr
Der Kriminologe Christian Pfeiffer fordert anlässlich des Amoklaufs an der Universität von Blacksburg — wieder einmal — ein Verbot von sog. “Killerspielen”. Seiner Ansich nach haben sich viele der jugendlichen Amokläufer “erst am Computer in Stimmung geschossen”.
Ich persönlich denke schon, dass das Spielen von gewaltverherrlichenden Spielen Menschen dazu animieren kann, Gewalt als Methode zur Lösung von Problemen zu sehen. Die Psychologie bezeichnet das als “Beobachtungslernen” (nach Albert Bandura).
Dennoch: Einem Mensch aus einem stabilen sozialen Umfeld und einer halbwegs gefestigten Lebenssituation sollte andere Methoden als Gewalttätigkeit zur Verfügung stehen. Nur Menschen, die sozial isoliert sind und/oder am existenziellen Abgrund stehen, kommen auf die Idee, erst zig andere Menschen und anschließend sich selbst zu töten. Leider ist es derzeit in den westlichen Gesellschaften so, dass Umstände wie soziale Isolation und Existenzangst gefördert bzw. ignoriert werden.
Abgesehen davon: Amokläufe sind Einzelfälle, die es immer gegeben hat und wohl noch öfter geben wird. Warum muss man eigentlich nach jedem solcher Vorfälle die Zügel anziehen?! Das führt mit Sicherheit nicht zu einer entspannteren Gesellschaft.
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Politik, Gesellschaft, Technologie
Aktionismus, Pfeiffer, Propaganda, Psychologie
13. April 2007, 15:11 Uhr
Wieder hat sich irgendein verkokster Manager von der RFID-Lobby bequarken lassen — diesmal bei der Telekom Austria. Dass RFID den Interessen der Verbraucher diametral entgegensteht und eine Umweltsauerei sondergleichen ist, wird auf nahezu bewundernswerte Weise ignoriert.
Ich darf übrigens auch nochmal auf einen Vortrag verweisen (1, 2), den ich im März 2005 im Düsseldorfer ZAKK zum Thema RFID gehalten habe.
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Politik, Gesellschaft, Technologie
Propaganda, RFID, Umwelt
8. April 2007, 13:26 Uhr
Florian Pfaff, Bundeswehr-Major und Pazifist hat etwas wichtiges zu sagen.
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Politik, Gesellschaft
Bundeswehr, Florian Pfaff, Pazifismus