16. Juli 2008, 12:38 Uhr

A propos Online-Journalismus

Man kann Niggemeier mögen oder nicht, aber seine Beobachtungen und Analysen zum Online-Journalismus, insbesondere in Bezug auf die digitalen Ableger deutscher Printmedien, sind absolut lesenswert und aufschlussreich.

14. Juli 2008, 15:39 Uhr

Atomenergie ist und bleibt Dreck!

Es ist schon erstaunlich, wie es die Atomlobby schafft, die Titelseiten der konservativen Blätter für sich in Beschlag zu nehmen und den Deutschen die Atomenergie (wieder) schmackhaft zu machen. Mit einer offenbar gigantischen PR-Maschinerie schaffen es die Drahtzieher der Pro-Atomkraft-Lobby nicht nur, so zu tun, als bestünde halb Deutschland aus Atomkraft-Jubelpersern, sondern sie schaffen es offenbar auch tatsächlich, einen großen Teil der Bevölkerung für sich einzunehmen. Im Verbund mit offensichtlich korrupten Autoren und Redakteuren von “Qualitätsblättern” wie FAZ und Welt (von Rattendreck wie Bild und Co. ganz zu schweigen) preisen sie in einer gigantischen PR-Aktion die Segnungen der Atomenergie, während Risiken und Probleme allenfalls in Nebensätzen erwähnt werden. (Klar, die üblichen Verdächtigen haben den Braten gerochen: Bernward Janzing hat in der taz einige Argumente gegen die Atom-PR zusammengetragen, die zwar nicht allzu eingängig und m.E. auch nicht alle schlüssig sind, aber immerhin einen kleinen Gegenpol darstellen. Die Grünen zetern fürchterlich über die CDU, die Koalition in Hamburg scheint davon aber unbeschadet.)

Das Ergebnis der PR-Kampagne ist beachtlich: Millionen von sturzdebilen Teutonen sorgen sich um Ihren “Lebensstandard”, d.h. mit dem Auto zu Aldi und vorm Fernseher einschlafen. Das sind übrigens die gleichen Leute, die sich von der gleichen Lobby einreden lassen, Windräder verunstalteten die Landschaft und seien zudem gesundheits- und umweltschädlich.

Wenn es nach mir ginge, würde man all die neuen “Freunde der Atomkraft” zur Strafe für ihre Borniertheit und ihren Egoismus in die Nähe eines Atommüll-Endlagers umsiedeln. Die Atomlobbyisten mitsamt ihren Helfershelfern in Politik und Medien würde man jedoch in die “Zone 3″ umsiedeln und nur für medizinische Experimente ab und zu besuchen.

13. Juni 2008, 13:25 Uhr

Einlaufkinder

Ich weiß nicht, ob es an meiner zur Albernheit neigenden Phantasie liegt, dass ich beim Begriff “Einlaufkinder” nicht zuerst an die kleinen Fratze denke, die neuerdings bei größeren Mannschaftssportereignissen mit den Akteuren aufs Feld laufen. Mir kommen da eher andere Bilder in den Sinn.

Sicher, für neue Phänomene gilt es, neue Begriffe zu finden. Und man kann ja froh sein, dass man diesmal sogar in der eigenen Sprache fündig wurde. Aber im Ernst: Wie kann man denn augenscheinlich gesunde Kinder pauschal zu Einlaufkindern erklären? Und: Darf man vom Begriff der “Einlaufkinder” ableiten, dass der Einzug der Akteure ins Stadion der Einlauf ist? Das würde zumindest einiges erklären.

6. Juni 2008, 14:05 Uhr

Freunde von damals

Freunde von damals

Finden Sie hier Ihre Freunde aus vergangenen Tagen wieder. Sie erinnern sich an einen Freund aus alten Zeiten oder die Freundin von der Nachbarschule, aber der Kontakt ist über die Jahre abgerissen. Wie sieht er/sie heute denn aus? Jetzt können Sie diese wiederfinden.

Auch hilfreich, wenn man die letzten Jahre “im Keller” verbracht hat …

26. Mai 2008, 16:37 Uhr

Alberne Umfragen (Re: Wider die Suggestivumfragen!)

Viel habe ich gelästert über die Suggestivumfragen auf taz.de (wobei es ja auch genügend andere Webportale und andere Institutionen gibt, die höchst fragwürdige Umfragen durchführen und zudem mit den Ergebnissen im großen Stil hausieren gehen).

Bei taz.de ist man mittlerweile offenbar darauf gekommen, dass die bisherigen taz.de-”Polls” großenteils wirklich unterirdisch waren — immerhin. Die Polls der letzten Tage hatten, soweit ich mitbekommen habe, immer nur “Ja” und “Nein” als Antwortmöglichkeiten.

Wenngleich das schon ein riesiger Fortschritt ist, ist es teilweise dennoch belustigend, was man bei taz.de als Sujet, sprich: Fragestellung, erwählt bzw. formuliert: “Unterstützen Zoos wirklich nennenswert die Artenvielfalt?” wird da gefragt — während anderswo hochwichtige Biodiversitätskonferenzen abgehalten werden, lässt man bei taz.de einfach über naturwissenschaftliche Probleme abstimmen …

Man kann taz.de jedenfalls nicht vorwerfen, das Portal sei undemokratisch.

21. Mai 2008, 12:17 Uhr

Wider die Suggestivumfragen! (4)

Oha, es geht offenbar auch anders!

(heute mal ohne suggestive Antworten)

Einsicht oder Versehen?

(Nun muss man nur noch davon absehen, in der Fragestellung auf Kommentare zu verlinken. Aber wir wollen ja nichts überstürzen.)

20. Mai 2008, 16:35 Uhr

Wider die Suggestivumfragen! (3)

Wieder einmal eine dümmliche Suggestivumfrage auf taz.de: Die Nominierung von Gesine Schwan hat doch mit Horst Köhler zunächst gar nichts zu tun. Warum suggeriert taz.de, dass die Entscheidung für oder gegen Frau Schwan einen Bezug zu Köhler hätte?

Suggestivumfrage, die Dritte

Die Frage lautet: “Soll die SPD sie [Gesine Schwan] erneut ins Rennen schicken?” Die Ja-Antwort lautet: “Unbedingt. Sie ist gut, und Köhler geht gar nicht.” Während der erste Teil der Begründung (”sie ist gut”) eine sinnvolle Antwortmöglichkeit ist, fragt man sich bei “Köhler geht gar nicht”, was der denn mit der SPD-Nominierung zu tun hat.

Noch blöder ist die Nein-Antwort: “Nein, Köhler ist immens beliebt.” Ob Köhler immens beliebt ist, ist doch gar nicht Thema! Die Frage ist, ob Gesine Schwan aufgestellt werden soll. Aber offenbar geht es gar nicht um Frau Schwan, sondern darum, Horst Köhler abzuwatschen.

Zur letzten Antwortmöglichkeit fällt mir zweierlei ein: Erstens, offenbar muss bei taz.de aller guten Dinge drei sein; anders ist die völlig sinnfreie dritte Antwortvorgabe nicht zu erklären. Zweitens, die Unfähigkeit des Poll-Praktikanten, geläufige Redewendungen im korrekten Kasus zu benutzen, spricht neben der inhaltlichen Erbärmlichkeit der Umfragen deutliche Worte über seine journalistische Eignung.

8. Mai 2008, 11:56 Uhr

Futurama-Essay

Ich habe gerade noch ein kleines Schmankerl beim Stöbern in der Mottenkiste gefunden: Einen kurzen Essay zu Futurama, den ich bei erneutem Lesen für recht lesenswert halte (manchmal wundert man sich, dass man doch ein paar gerade Sätze rausbringt, wenn man nur will). Ich veröffentliche den Essay unredigiert, nur das Deckblatt habe ich geändert.

Viel Spaß beim Schmökern!

28. April 2008, 13:21 Uhr

Wider die Suggestivumfragen! (2)

Schon wieder glänzt taz.de mit einer Suggestivumfrage:

Suggestiv-Umfrage auf taz.de

Perfide ist, wie bei der zweiten Antwortmöglichkeit die Einnahmen durch Fernsehrechte für den Erfolg der Bayern praktisch alleinverantwortlich gemacht wird und somit die Umfrage zu einer Abstimmung über die Gerechtigkeit der Verteilung von Fernsehgeldern wird.

Während man bei anderen Umfragen noch ein Versehen im Sinne eines in dubio pro reo annehmen kann, ist diese Umfrage billigster Populismus auf Bild-Niveau.

24. April 2008, 15:44 Uhr

Grandiose Polemik gegen das neoliberale Geseiere

Nils Minkmar haut dem neoliberalen Stammtisch seine Phrasen um die Ohren (und das auf FAZ.net!) — sehr lesenswert, da aufschlussreich und amüsant geschrieben.