28. September 2007, 10:19 Uhr

Eine alternative deutschsprachige WordPress-Community?

Nach den jüngsten Querelen um WordPress Deutschland bin ich der Überzeugung, dass eine alternative deutschsprachige WordPress-Community her muss. WordPress Deutschland ist in der Community mehrfach unangenehm durch eigenbrötlerisches, arrogantes, ungemeinschaftliches Verhalten aufgefallen, die Aktion mit der Einbettung eines Spam-Plugins in die offizielle deutschsprachige WordPress-Distribution schlägt dem Fass den Boden aus.

Ich bin gewillt, eine alternative Community aufzubauen, und ich würde mich gerne mal umhören, was die deutschsprachigen Blogger, die mit WordPress Deutschland unzufrieden sind, davon halten. Kurz zu meinem Verhältnis zu WordPress: Ich arbeite seit 2004 mit WordPress, seit 2005 bin ich im englischsprachigen und im deutschspachigen WordPress-Forum aktiv. Ich arbeite beruflich sehr viel mit WordPress, und ich bin der Autor von diversen WordPress-Plugins, die der eine oder andere bestimmt kennt.

Wie soll eine alternative Community gestaltet sein?

Eine Community hat meistens einen Zweck, ich könnte mir derer auch mehrere vorstellen. Hier eine kurze Ideenliste, vieles hängt natürlich von den Ressourcen (in diesem Fall Manpower) ab.

  • Unterhalt eines Supportforums.
  • Herausgeben einer deutschsprachigen WordPress-Version.
  • Herausgeben einer optimierten WP-Version, z.B. im Hinblick auf Datenschutz oder Features.
  • etc.

Damit sich nicht die unangenehmen Erfahrungen mit WordPress Deutschland wiederholen, gilt es eine Art Kodex oder Gesellschaftsvertrag, ähnlich dem des Debian-Projektes, aufzustellen. Klingt ein wenig hochtrabend, aber im Prinzip müssen es nur ein paar Regeln sein, die das das erwünschte Miteinander manifestieren. Hier mal ein grober Entwurf:

  • Die Community ist eine Gemeinschaft interessierter WordPress-Nutzer, die Erfahrungen, Wissen und Software mit Bezug zu WordPress und Bloggen austauschen.
  • Interna werden so weit wie möglich offen diskutiert.
  • An wichtigen Entscheidungen, die die Community betreffen, kann die Community mitwirken.
  • Die Community ist nicht von finanziellen Interessen geleitet.
  • Sollte die Community-Infrastruktur irgendwann finanziert werden müssen, so werden alle Einnahmen und Ausgaben offengelegt.
  • Sollte Werbung auf der Community-Plattform nötig werden, so wird sie deutlich als solche gekennzeichnet.
  • Es wird zu keinem Zeitpunkt Werbung in einer von der Community vertriebenen Software Werbung enthalten sein.

(Auf Netiquette u. dgl. werde ich hier nicht eingehen, das macht man dann im Forum.)

Zur Zeitschiene: Ich würde einfach damit anfangen, dass ich eine Domain einrichte und dann ein Forum und ein Blog auf meinem momentanen Server aufsetze. Weitere Bereiche der Website würden folgen. Sollte Bedarf an Serverkapazität wachsen, würde ich einen Rootserver spendieren. (Ich bin finanziell unabhängig, und einen Rootserver könnte ich nebenbei auch unterhalten.) Alles weitere wird sich zeigen.

Was haltet Ihr von der Idee? Würdet Ihr mitmachen?

Nachtrag, 14:51 Uhr. Kurze Zusammenfassung.

  • Es freut mich, dass viele meine Ansichten teilen und zumindest moralische Unterstützung zusagen. Schön zudem, dass es großenteils diejenigen sind, deren Meinung ich schon vorher immer sehr geschätzt habe.
  • Kurz zur Klarstellung: Ich will nicht sofort eine neue Community gründen, da es für viele Beteiligte unglücklich wäre, konkurrierende Plattformen zu haben. Allerdings möchte ich, das das Team von WPD radikal seine Community-Politik überarbeitet und die Community-Mitglieder nicht als Spielball der eigenen geschäftlichen Interessen behandelt. Sollte dies nicht geschehen, d.h. innerhalb einiger Tage ein Statement veröffentlicht werden sowie erkennbare Änderungen geben, werde ich unter wpde.org eine alternative Plattform aufbauen. Wie diese aussieht und worauf sie sich mit den zu Anfang schmalen personellen Ressourcen konzentrieren würde, bleibt zu klären.
  • Fabian weist auf das Forum WP-Portal hin, wo es schon eine alternative Community zu geben scheint. Allerdings weiß ich noch nicht so recht, was ich davon halten soll, vor allem, weil es jetzt schon mit Bannerwerbung versehen ist und das schon wieder nach Kommerz riecht. Aber ich denke, wenn man sich auf einen Kodex und Werbefreiheit (und vielleicht eine OpenSource-Forensoftware ;-) ) einigen könnte, wäre eine Zusammenarbeit denkbar.
  • Im WPD-Forum gab es derweil eine kurze Zensureskapade gegen dieses Blog gab, die aber mittlerweile wieder zurückgenommen wurde.

Nachtrag, 18:07 Uhr.

Im momentan heißesten Diskussionsthread des WPD-Forums ist vorerst Ruhe eingekehrt. Das WPD-Team leckt vermutlich seine Wunden, soll heißen: denkt nach, wie man zum einen in der LinkLift-Angelegenheit weiter vorgeht und zum anderen, wie man auf die ungeheurliche Dreistigkeit des auf WPD als mastermind bekannten Users zu reagieren hat.

So, ich bin übers Wochenende weg, mit meiner Liebsten, dafür ohne Computer und Internet. (Schlechter Tausch, ich weiß. Muss aber auch mal sein. ;) ) Derweil kann ja hier und da weiter diskutiert werden. Ich werde Sonntag abend wieder hier und im WPD-Forum an der Diskussion teilnehmen — sofern die Ereignisse davon absehen, sich während meiner Abwesenheit zu überschlagen.

Nachtrag, 01.10., 11:19

Ich habe gestern eine seeeehr interessante E-Mail bekommen, und ich kann sagen, dass definitiv etwas passieren wird. Mehr dazu später.

Nachtrag, 01.10., 22:36

Let’s get this party started!

20. September 2007, 21:00 Uhr

Dr. Schäuble oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben

Die Grünen, das muss man ihnen positiv anrechnen, behalten auch angesichts der Eskapaden des Wolfgang Schäuble ihren Humor. Nachdem der Innenminister via FASZ einen in Kürze stattfindenden terroristischen Atomschlag prognostizierte und forderte, man solle die verbleibende Zeit nicht mit Weltuntergangsstimmung verderben, beantragten die Grünen eine Aktuelle Stunde unter dem Motto “Äußerungen des Bundesinnenministers zu angeblich bevorstehenden atomaren Anschlägen durch Terroristen in Deutschland und seine Ermunterungen für die ‘verbleibende Zeit’“.

Der Abgeordnete Wolfgang Wieland brachte mit “Dr. Schäuble oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben” einen sehr treffende Anspielung auf den Stanley-Kubrick-Film Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb, in dessen Schlussszene der irre Berater des US-Präsidenten, Dr. Strangelove, letzteren von den Annehmlichkeiten des zu diesem Zeitpunkt unvermeidlichen Atomkriegs zu überzeugen sucht. Mal sehen, wann Schäuble aus dem Rollstuhl aufsteht … “Mein Führer, I can walk!”

Dr. Strangelove
Bild aus dem Film “Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb”

17. September 2007, 15:38 Uhr

Burschi-Spam

Oha, die Burschis haben den Trackback entdeckt. Eben kam ein Trackback von der “Burschenschaft Normannia-Nibelungen” rein. Alleine der Name ließ bei mir die Alarmglocken schellen, und eine kurze Recherche bestätigte, dass es sich offenbar um eine extrem rechte Burschenschaft handelt. Der Trackback verweist auf einen ihrer Artikel, allerdings nimmt der Artikel keinerlei Bezug auf meine Website, geschweige denn dass er einen Link enthielte. Klarer Fall von Trackback-Spam also.

Was macht man mit Trackback-Spam? Wer WordPress und Akismet nutzt, wählt den betreffenden Kommentar über das Adminmenü, markiert den Kommentar als Spam und klickt auf “Beitrag bearbeiten” (nicht löschen!). Sodann werden der Absender und seine Website in die Akismet-Spamdatenbank aufgenommen, auf dass sie beim nächsten Spamversuch auf ein Akismet-geschütztes Webangebot auf Granit beißen.

Übrigens, wenn Nazis die E-Mail als E-Post und die Homepage als Heimseite bezeichnen, ist dann ein Server bei ihnen ein Diener und Spam etwa Dosenfleisch?

P.S. Meinen Logs zufolge hat wohl jemand diese Website über die Google-Suche nach schäuble onlinedurchsuchung blog gefunden. Ich habe mal bei den anderen Blogs auf der Ergebnisseite geschaut; entweder hat der Spammer dort keinen Trackback gesetzt, oder die Blogbetreiber haben den Spam ebenfalls schon entfernt.

11. September 2007, 10:36 Uhr

Fanculo, Frattini

Wasserwerkgiftanschlag, Sprengstoffgürtel, Schmutzige Bombe, Teppichmesser, Genozid, Bombenbauanleitung, WTC, Terroranschlag, Osama Bin Laden, Dschihad, Hühnersuppe.

Und jetzt?

8. September 2007, 13:28 Uhr

Wie ich einmal 95 Prozent Müll kaufte

Es ist schon faszinierend, wie Alltagselektronik immer kleiner wird. Speziell in der Speichertechnik gibt es eine Revolution nach der anderen. So habe ich mir bereits vor über einem Jahr einen MicroSD-Speicherchip mit 1 GB Speicherkapazität zugelegt und war höchst fasziniert, dass man solch immense Datenmengen auf dem Volumen eines Milchzahns unterbringen kann.

Nun habe ich mir eine Digitalkamera zugelegt — und mit ihr einen SD-Speicherchip, welcher im Vergleich zur MicroSD-Karte geradezu klobig wirkt. Dennoch ist er ein echter Winzling von 32 mm × 24 mm × 2,1 mm. Damit jedoch der geneigte Käufer nicht das Gefühl hat, viel Geld für so ein kleines Dingelchen auszugeben, liefert es der Hersteller SanDisk es in einem Karton daher, der 145 mm × 114 mm × 30 mm groß ist. Das ist sage und schreibe mehr als das 300fache Volumen des Speicherchips. Nur mal zur Relation: Wenn ich zum Preis des Chips bei Aldi einkaufte und die Aldi-Waren à la SanDisk verpackt wären, müsste ich für einen Wocheneinkauf mit dem Tieflader anrücken. Hallo SanDisk! Geht’s noch?

Aber es kommt noch besser …

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7. September 2007, 12:32 Uhr

Ausweise, frische Ausweise!

Nachdem die Spammafia jahrelang nur englisch und deutsch schrieb, haben die Jungs nun auch ihre eigenen Landsleu… äh, die russischen Internetbenutzer als Zielgruppe entdeckt. Jedenfalls bekam ich nun eine Mail, in der auf russisch geworben wird.

Russischer Spam für Ausweispapiere

Was aber wird hier angeboten? Nein — kein Viagra, keine Penisverlängerungen, keine Aktien, keine Mailorderbräute. Der Russe™ interessiert sich — zumindest nach Ansicht der Spammer — für gefälschte Ausweispapiere. Der Text der E-Mail lautet nämlich:

Brauchen Sie einen Ausweis oder einen Führerschein?

Fertige Ausweise und Führerscheine der RF [Russischen Förderation], sowie Ausweise und Führerscheine verschiedener EU-Länder.
Alle Informationen gibt es auf unserer Website:
[…]

Ich werde denen mal schreiben und fragen, ob die schon die neuen biometrischen Reisepässe im Angebot haben. Hoffentlich muss man denen dafür nicht ein Auge und einen Finger schicken.

4. September 2007, 08:43 Uhr

A propos “Onlinedurchsuchung”

Man kann Wolfgang Schäuble verstehen: Wenn man sich sehr in eine fixe Idee reingesteigert hat, kann man manchmal — trotz (oder gerade wegen?) massiven Widerstandes — nicht aufgeben. So ist es wohl auch bei Herrn Schäuble und der Onlinedurchsuchung.

Jeden Tag gibt es neue Verlautbarungen zur Onlinedurchsuchung: Erst sollte sie ein Trojaner sein, dann eine Remote Forensic Software. Erst gegen Terroristen, dann gegen Kinderpornografie und Mafia. Erst als Universalwerkzeug, nun als maßgeschneidertes Einzelstück. Und natürlich nur 10 Einsätze pro Jahr — klaro. Dumm nur, dass Herr Schäuble schon in einem Interview mit der taz (bezüglich der Zweckbindung der Mautdaten) gesagt hat: “Von mir hören Sie keine Versprechungen mehr, dass alles so bleibt, wie es ist.” Deshalb muss das mit den 10 mal pro Jahr auch Schäubles Dackel, Jörg Ziercke, ständig vorbringen.

Schäuble: Da sie in Ihrem Wahn ohnehin nicht auf die Stimmen der Vernunft hören, schlage ich Ihnen folgendes vor: Sie bekommen Ihren Onlineforensiktrojaner. Aber im Gegenzug darf auch jeder Bürger auf Ihren PCs (dienstlich und privat) schnüffeln. Mal sehen, wie viele E-Mails mit “Jobangeboten” der Sicherheitsindustrie wir finden. Gerne auch mehr Wohnraumüberwachung, wenn im Gegenzug jeder Bürger sich in Ihren Gemächern umtun darf. Mal sehen, wie viele schwarze Koffer wir noch finden, die Ihr ehrenwerter Freund Kohl noch bei Ihnen untergestellt hat.

Nein — im Ernst, Schäuble: Sie und Ihre CDU/CDU-Junta verdienen nicht den geringsten Funken Vertrauen. Sie sind ein Irrer, ein kleiner Robespierre. Zwar ist Ihnen Tugend ein Fremdwort, doch auch Ihr Metier ist der staatliche Terror.