30. Mai 2007, 11:13 Uhr
Warum muss man eine Kaffee-Maschine kaufen, die pro Jahr und durchschnittlichem Kaffeetrinker ca. 5 kg Aluminium verbraucht? Antwort: Die Schnösel und Neureichen finden sich cool, wenn sie einem Kaffeemaschinenbesitzerclub beitreten können. Wenn es schon für den Golfclub nicht reicht, so erheischt man sich doch zumindest so einen Hauch von Exklusivität.
Die Maschinen mit den Metall-Kapseln sind elende Müllproduzenten. Gerade Aluminium wird unter höchst umweltschädlichen Bedingungen abgebaut und verarbeitet. Jetzt hat man Hinz & Kunz endlich beigebracht, nicht jede Käseecke in Alufolie einzuwickeln (zumal Klarsichtfolie sowieso besser geeignet ist), und dann kommen die Tassimos und Nespressos, um uns mit einem neuen Alu-Kult zu nerven.
Ich habe eine Senseo, das reicht mir. Die Papierpads sind geschmacklich neutral, und auch umwelttechnisch nicht schlimmer als eine große Filtertüte. Wer es ganz “öko” mag, kann sich ein befüllbares Pad kaufen und mit Dritte-Welt-Kaffee genießen. Oder gleich die “French Press” nehmen. Natürlich geht auch die gute alte Kaffeemaschine mit Schwenkfilter.
Und wenn man die Alu-Bomber aus Prestige-Gründen kauft: warum legt man sich nicht gleich eine richtige Kaffeemaschine zu, bei der die Bohnen der Wahl noch vor den Augen des Besitzers gemahlen werden? Vermutlich weil Saeco keine eigenes Schnöselmagazin für Möchtegern-Bonvivants herausgibt.
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Gesellschaft, Technologie
Kaffee, Lifestyle, Umwelt
30. Mai 2007, 10:49 Uhr
Einer für’s Kuriositätenkabinett: Vor der vietnamesischen Küste haben Diebe tonnenweise Glasfaserkabel gestohlen. Das betroffene Kabel ist ein wichtiger Teil der vietnamesischen Anbindung an das Internet.
Im Übrigen ist das an sich keine Schockermeldung; Leitungen und Kabel erfreuen sich in Zeiten steigender Rohstoffpreise proportional steigender Beliebtheit. Man hört immer wieder von Baumärkten, denen ganze Lastwagenladungen Kupferrohre vom Hof geklaut werden. Aber eine Mannschaft mit Taucherausrüstung auszustatten und ganze Schiffsladungen Kabel aus dem Meer ziehen — das ist eine neue Dimension.
Mal sehen, wie die Verantwortlichen reagieren. Vielleicht brauchen wir ja bald keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mehr für die deutsche Marine vor den afrikanischen und arabischen Küsten.
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Wirtschaft, Kurioses
Organisierte Kriminalität, Rohstoffe, Vietnam
29. Mai 2007, 12:41 Uhr
Das Strafgesetzbuch ist um einige Regelungen erweitert worden, die sogenannte “Hackerwerkzeuge” verbieten. Allerdings hat der Bundestag damit der professionellen und semiprofessionellen IT-Sicherheit in Deutschland einen Bärendienst erwiesen.
So nett das auch von unseren (leider völlig inkompetenten) Gesetzesdichtern gemeint war — die Novelle ist aus verschiedenen Gründen absoluter Murks.
- Die Werkzeuge zum Angreifen eines Computersystems sind oft exakt die gleichen, die zum Aufdecken, Analysieren und Abwehren von Angriffen verwendet werden.
- Es ist völlig unsinnig, solche Werkzeuge in Deutschland zu verbieten, da der überwiegende Teil von Angriffen aus dem Ausland stammt; meist aus Ländern, auf die Deutschland kaum Einfluss hat.
- Es gibt nach Ansicht von Experten auch ohne die Novelle eine ausreichende Handhabe gegen Computerkriminalität.
- Das Verbot wird sich im Privatbereich nicht durchsetzen lassen, da es für einen erfahrenen Anwender kein Problem ist, solche Tools zu verstecken (auch vor einer “Online-Durchsuchung”). Während professionelle Dienstleister sich aus geschäftlichen Erwägungen dem Verbot beugen müssen, wird es Kriminelle kaum interessieren.
Die Frage ist nun, warum wird eine solche Gesetzesnovelle trotz aller Bedenken und wider besseren Wissens durchgeprügelt? Blinder Aktionismus? Oder sollen kritische IT-Experten bald zu Terroristen erklärt werden?
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Politik, Gesellschaft, Technologie, Wirtschaft
Inkompetenz, IT-Sicherheit, Lobbyismus
20. Mai 2007, 20:39 Uhr
Das wirtschaftliche und politische Leben, zumindest in den westlichen Ländern, ist von Technologie durchdrungen. Da sollte man doch annehmen, dass die wirtschaftlichen und politischen Führungspersönlichkeiten sich zumindest grundlegendes Wissen aneigenen, bevor sie weitreichende Entscheidungen über die gesellschaftlich relevante Verwendung bzw. Ausgestaltung von Technologien entscheiden (oder auch nicht).
Doch: Um die fachliche Kompetenz von Wolfgang “Online-Durchsuchung” Schäuble und seinen Kollegen ist es schlecht bestellt: Nicht einmal rudimentäre Kenntnisse von Alltagstechnologien sind von den Entscheidungsträgern zu erwarten — und das ist kein Problem des Alters, sondern des mangelnden Willens.
Das ist alles nicht wirklich neu, aber ein recht lesenswerter Beitrag im Handelsblatt-Blog wirft Licht auf Details und Hintergründe.
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Politik, Technologie
Inkompetenz, Internet
17. Mai 2007, 11:10 Uhr
Die Düsseldorfer Linux User Group (dlug) ruft zu einer in Düsseldorf stattfindenden Demonstration gegen die Einführung von Softwarepatenten durch die Hintertür auf. Das ganze soll 11:00 am HBf starten und mit einem kleinen Zug durch die Stadt um 13:00 fertig sein. Details und eine gute Beschreibung der Problematik sind auf der o.g. Seite zu finden.
Wir erinnern uns: Im Juli 2005 hat das Europaparlament den Bestrebungen der Industrielobby um eine Legalisierung von Softwarepatenten ein Ende gesetzt, indem nach jahrelanger Auseinandersetzung ein entsprechender Richtlinienentwurf im Parlament abgelehnt wurde.
Obwohl ein großer Teil der Bevölkerung sowie die höchste demokratische Institution Europas ihre Ablehnung klar zum Ausdruck brachten, besitzen die Lobbyisten nun die Dreistigkeit, Softwarepatente nun im Fahrwasser der europäischen Harmonisierung des Patentwesens durchdrücken zu wollen. Dem gilt es deutlich zu widersprechen! Deshalb wäre es schön, wenn möglichst viele Teilnehmer mit der Demonstration ein Zeichen setzen.
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Politik, Gesellschaft, Technologie, Wirtschaft
Demo, EU, Linux, Lobbyismus, Patente
16. Mai 2007, 11:53 Uhr
Gestern ging eine News durch die Online-Medien, die zumindest bei den Verfechtern Freier Software diverse Emotionen auslöste — und zwar vorwiegend Belustigung. Microsoft behauptet, Freie Software würde exakt 235 seiner Patente verletzen. Der Knaller: Microsoft verschweigt, um welche Patente es sich konkret handeln soll. Während man in Redmond mit dieser Mitteilung wohl eher Verunsicherung unter den Anwendern Freier Software stiften wollte, diente die Verlautbarung eher der allgemeinen Belustigung über die arrogante Dämlichkeit des Milliardenkonzerns. Denn so eine halbgare Drohung ohne handfeste Hintergründe ist einfach nur peinlich.
Und natürlich auch eine Vorlage für die gegnerische Partei: So ließ es sich Linus Torvalds (dessen Linux-Kernel immerhin 42 Patente verletzen soll) nicht nehmen, den PR-Fehlpass aus Redmond direkt zu “verwandeln”. Er antwortete heute mit dem, was Microsoft eigentlich schon selbst implizit wissen ließ:
Würde Microsoft die Stellen nennen, so würde entweder klar, dass Linux gar keine Patente verletze - was Torvalds für recht wahrscheinlich hält - oder würde eben ermöglichen, die Verstöße zu verhindern. Dass Microsoft aber keine Details nennt, ist laut Torvalds ein Zeichen dafür, dass sie keine sicheren Patentverletzungen vorweisen könnten und daher lieber auf Verunsicherung setzen würden.
Zitiert nach: golem.de, dort wiederum nach InformationWeek
Ach, und übrigens: In Europa sind Softwarepatente sowieso nach wie vor nichtig, auch wenn Industriebonzen und deren Anwaltshorden mehr denn je versuchen, den artikulierten Willen von EU-Bevölkerung und demokratischen Institutionen zu untergraben.
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Politik, Technologie, Wirtschaft
FUD, Linus Torvalds, Linux, Microsoft, Patente
9. Mai 2007, 12:24 Uhr
Wolfgang Schäuble übernimmt die Schirmherrschaft für den LinuxTag 2007. Das ist in der Tat eine Überraschung, denn der Innenminister hat sich durch seine antiliberale Haltung und die von ihm forcierte Zunahme der Überwachungsmaßnahmen unbeliebt gemacht, während die Linux-Community von der Grundhaltung eher liberal ist und Überwachungsmaßnahmen gegenüber prinzipell kritisch ist.
Aber gut, freuen wir uns auf zukünftige Schirmherrschaften:
- Die KP Chinas übernimmt die Schirmherrschaft der nächsten Vollversammlung von amnesty international,
- Greenpeace übernimmt die Schirmherrschaft der nächsten OPEC-Konferenz,
- George Bush wird Schirmherr der nächsten PLO-Vollversammlung,
Heissa, das wird ein Spaß. Endlich wieder Mut zur Kontroverse!
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Politik, Technologie, Wirtschaft
Community, Linux, OpenSource, Schäuble
3. Mai 2007, 21:15 Uhr
Dieser Tage wird in Berlin diskutiert, inwieweit die Stadt Teile ihrer Infrastruktur auf Freie Software migrieren soll bzw. kann. Vor allem wird diskutiert, ob die vorgesehene Migration plangemäß voran geht oder ob es Defizite bei der Umstellung gibt.
Derweil gibt es ein Expertenpapier vom Institut für Wirtschaftsinformatik, das nochmals feststellt, dass die (übrigens nach wie vor dramatisch verschuldete) Hauptstadt mit einer konsequenten OpenSource-Strategie massiv Kosten sparen könnte.
Die Expertise nennt als weitere Vorteile der Open-Source-Nutzung die Unabhängigkeit von Microsoft-Vorgaben bei der Lizenzierung und dem zyklischen Update von Software sowie die “Stärkung regionaler Wertschöpfung”. Von einer Open-Source-Strategie profitieren demnach vor allem kleine und mittlere IT-Unternehmen aus der Region. Sie übernehmen für die Verwaltungen in der Regel Dienstleistungen wie Programmierung, Konfiguration oder Anpassung von Open-Source-Software an spezifische Bedürfnisse sowie die Unterstützung in der Einführungsphase und späteren Support.
Quelle: golem.de
Das gilt übrigens nicht nur für die Stadt Berlin, sondern prinzipiell für alle Einrichtungen, die durch Steuereinnahmen finanziert werden.
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Politik, Technologie
Microsoft, OpenSource, PPP
3. Mai 2007, 20:57 Uhr
Existenzen werden zerstört, Organisationen werden unterdrückt. Völlig ohne Rechtsgrundlage und ohne den Betroffenen die Möglichkeit zu rechtsstaatlicher Verteidigung zu gewähren. Nur zum Kopfschütteln.
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Politik
Deutschland, Propaganda, Staatsterrorismus, Unterdrückung
2. Mai 2007, 11:52 Uhr
Wie vermutet, so ist es nun eingetreten: Dell liefert zukünftig Linux-Notebooks mit Ubuntu aus.
Details zu den verfügbaren Modellen und Peripheriegeräten gibt es allerdings noch nicht. Sie sollen aber in den naher Zukunft bekannt gegeben werden.
Daumen hoch für Dell! Und hoffen wir, dass die Klientel des Versandhändlers von dem Angebot reichlich Gebrauch macht.
Ob Dell nun auch Abstand davon nimmt, Windows zu “empfehlen”, bleibt allerdings fraglich.
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Technologie, Wirtschaft
Dell, Linux, Ubuntu