25. April 2007, 11:51 Uhr
Der Segway ist ein einachsiges, sich elektronisch balancierendes, motorisiertes Fahrzeug und sieht im Produktivbetrieb aus wie ein antikes Pferde-Gespann ohne Pferde. Dieses Gefährt durfte bislang auf deutschen Straßen nicht eingesetzt werden, da die Behörden bislang die Zulassung verweigerten. Nun aber erteilt das saarländlische Innenministerium unter einigen Voraussetzungen Sondergenehmigungen, mit denen man den Segway auch im öffentlichen Straßenverkehr benutzt werden darf.
Das Saarland als Testgelände, seine Eingeborenen als Versuchskaninchen? So muss das.
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Technologie, Wirtschaft
Segway
25. April 2007, 11:30 Uhr
Wer gerne unter der Dusche ein im Radio gehörtes Lied trällern möchte, geht dazu auf eine der unzähligen Lyrics-Seiten. Das Problem dabei ist, dass sich diese Webangebote auf rechtlich unsicherem Terrain bewegen, da die Liedtexte durch das Urhebberrecht bzw. Copyright geschützt sind und die nicht-lizensierte Verbreitung illegal ist.
Yahoo startet nun eine Liedtextsuche, die auf einer legalen Basis stehen soll. Dazu wurde eine Kooperation mit dem Unternehmen Gracenote geschlossen, welches unter anderem die CDDB betreibt.
Das ist eine tolle Sache für diejenigen, die einfach mal einen Liedtext nachschlagen wollen. Je nachdem, wie umfassend das Archiv wird, kann man die Yahoosche Liedtextsuche als generellen Ersatz für die ganzen zusammengekratzen Lyrics-Seiten nehmen. Ich freue mich auch schon, später Liedtexte über Webkürzel direkt abrufen zu können.
P.S.
Auf gulli.com erfährt man, dass das Liedtexte-Archiv schon verfügbar ist, zu finden ist es nämlich unter http://music.yahoo.com/lyrics. Allerdings ist es nach Meinung von gulli.com noch nicht besonders umfangreich und auch nicht allzu komfortabel in der Bedienung. Muss ich mal selber testen.
P.P.S.
Hab es nun selbst kurz getestet; von “meiner” Musik habe ich nicht viel finden können — ist wohl wirklich nur der Mainstream-Schrott drin. Aber die Suchfunktion ist ok, man kann auch die URL für Webkürzel in Konqueror verwenden. Für ein Urteil ist es aber wohl noch zu früh, geben wir dem Ganzen also noch etwas Zeit.
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Kunst & Kultur, Technologie
DRM, Lyrics, Urheberrecht, Yahoo
24. April 2007, 07:39 Uhr
Hewlett-Packard will die Preise für Tintenpatronen deutlich senken. Grund ist die Billigkonkurrenz der Nachfüller und Alternativpatronenanbieter. Das ist auch aus auch aus ökologischer Sicht wichtig — man denke an das preisliche Missverhältnis zwischen Partonenerwerb und Druckerneukauf: Viele Verbraucher kaufen billige Drucker und gehen lieber das Risiko ein, mit billiger Tinte oder fehlerhaft befüllten Patronen den Drucker zu beschädigen, als sich die überteuerten Originalpatronen zu kaufen. Denn mit nur einem erfolgreichen Zyklus mit preiswerten Patronen hat sich das Ganze amortisiert. Und die Erfahrung zeigt, dass man mit alternativen Tinten und Patronen durchaus gut fährt.
Doch was sich zunächst so anhört, als wäre man bei HP endlich zur Vernunft gekommen, ist in Wirklichkeit alter Wein in neuen Schläuchen: Statt die Druckerpreise langsam wieder auf ein realistisches Niveau zu bringen, will HP ebenfalls Billigtinte produzieren: So will man etwa “Dokumententinte”, die nicht lichtecht ist, für 10 Euro pro Patrone verkaufen. Fraglich bleibt, ob das nun ein Allheilmittel sein kann — denn teurer als die Refill-Konkurrenz ist HP damit immer noch, jedoch die Qualität sinkt so wohl unter das Niveau der “Alternativen”.
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Technologie, Wirtschaft
Drucker, Hewlett-Packard, Recycling, Umwelt
22. April 2007, 14:11 Uhr
Habe mir nun, wie angekündigt, auf meinem Notebook Debian Etch installiert. Und ich bin hellauf begeistert. Debian hat es geschafft, sich grundlegend zu modernisieren, behält aber den Charme einer soliden, schnörkellosen Distribution.
Die Installation lief einwandfrei. Das ist normalerweise nichts besonderes, aber ich wollte von Anfang an eine verschlüsselte Root-Partition haben, und das hat zu meiner Freude einfach und problemlos mit dem Installer geklappt. Auch das grafische Paketmanagement Synaptic (bzw. Adept), das man von Ubuntu kennt, passt gut zu Debian. Wichtiger ist aber, dass nach wie vor apt-get und Co. funktionieren, denn z.B. Aktualisierungen oder schnelle Installationen kleiner Tools lassen sich damit eben am schnellsten durchführen.
Ansonsten nicht viel Überraschendes: alles läuft, alle Pakete in aktuellen Versionen, kein Schnickschnack. So soll es sein. Danke, Debian!
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Technologie
Debian, Linux, OpenSource
19. April 2007, 09:33 Uhr
Dell hat vor einiger Zeit eine Umfrage unter dem Credo “IdeaStorm” gestartet, um herauszufinden, welche Neuerungen Kunden am liebsten bei dem Computerhersteller und -distributor sehen würden. Ein vielfach geäußerter Wunsch war dort, dass Dell-PCs und -Notebooks mit Linux ausgestattet werden. Dell hat angekündigt, diesem Wunsch entsprechen zu wollen.
Das ist schon mal eine sehr gute Nachricht: Einer der größten Notebook-Hersteller wird zukünftig Notebooks herstellen, die vollständig Linux-kompatibel sind. Mit IBM/Lenovo und HP sind dies nun drei Hersteller, die zumindest teilweise Linux-Unterstützung bieten (bei HP bspw. beschränkt sich die explizite Linux-Unterstützung momentan auf eine mittlerweile veraltete Serie äußerst hässlicher Plastikbomber).
Nun ist die Frage, mit welcher Distribution Dell die Notebooks ausstatten wird. Zur Diskussion stehen die üblichen Verdächtigen: OpenSuSE, Fedora, Mandriva, Ubuntu. Von diesen vieren ist mir persönlich Ubuntu am sympatischsten (auch wenn ich es nie benutzen würde). Fedora ist der Abfall von RedHat, SuSE wurde von Novell runtergewirtschaftet und ist ebenfalls ein Stiefkind. Auch Mandriva — obwohl es etwas ernsthafter auf den Desktop ausgerichtet ist — wirkt etwas gelangweilt von der eigenen Distribution. Mir scheint, dass einzig Ubuntu, von der dahinterstehenden Firma mit Feuer und Flamme geliebt wird. Unabhängige Distributionen wie Debian oder Gentoo kommen hingegen wahrscheinlich nicht in Frage, da der Bedarf nach professionellem Support doch zu groß sein dürfte.
Nun scheint es etwas wie eine Vorentscheidung zu geben: Michael Dell, der Gründer und Chef des Computerkonzerns, hat auf seinem Notebook tatsächlich Ubuntu laufen. Erstmal erstaunlich (für einen Top-Manager), dass es kein Windows ist. Die Wahl der Distribution hingegen überrascht wohl nicht — das Linux für Einsteiger ist derzeit einfach Ubuntu.
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Technologie, Wirtschaft
Dell, Linux, Ubuntu
18. April 2007, 20:27 Uhr
Die Stadt São Paulo hat seit neuestem jegliche Außenwerbung verboten. Ganz schön mutig! Wäre vielleicht auch mal was für hierzulande, wo mittlerweile jeder Quadratzentimeter an die Werbewirtschaft vermietet wird. Denn leider gibt es für den öffentlichen Raum keine Werbeblocker.
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Brasilien, Werbung
18. April 2007, 11:10 Uhr
Der Kriminologe Christian Pfeiffer fordert anlässlich des Amoklaufs an der Universität von Blacksburg — wieder einmal — ein Verbot von sog. “Killerspielen”. Seiner Ansich nach haben sich viele der jugendlichen Amokläufer “erst am Computer in Stimmung geschossen”.
Ich persönlich denke schon, dass das Spielen von gewaltverherrlichenden Spielen Menschen dazu animieren kann, Gewalt als Methode zur Lösung von Problemen zu sehen. Die Psychologie bezeichnet das als “Beobachtungslernen” (nach Albert Bandura).
Dennoch: Einem Mensch aus einem stabilen sozialen Umfeld und einer halbwegs gefestigten Lebenssituation sollte andere Methoden als Gewalttätigkeit zur Verfügung stehen. Nur Menschen, die sozial isoliert sind und/oder am existenziellen Abgrund stehen, kommen auf die Idee, erst zig andere Menschen und anschließend sich selbst zu töten. Leider ist es derzeit in den westlichen Gesellschaften so, dass Umstände wie soziale Isolation und Existenzangst gefördert bzw. ignoriert werden.
Abgesehen davon: Amokläufe sind Einzelfälle, die es immer gegeben hat und wohl noch öfter geben wird. Warum muss man eigentlich nach jedem solcher Vorfälle die Zügel anziehen?! Das führt mit Sicherheit nicht zu einer entspannteren Gesellschaft.
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Aktionismus, Pfeiffer, Propaganda, Psychologie
16. April 2007, 13:58 Uhr
Al Jazeera bekommt einen eigenen Kanal auf YouTube. Es ist nicht unbedingt selbstverständlich, dass ein arabischer Sender über ein aus den VSA stammendes Webportal seine Inhalte verbreitet. Zwar ist Al Jazeera kein Propaganda-Instrument radikaler Kräfte, sondern eine BBC-nahe Mainstream-Anstalt, aber ich kann mir schwerlich vorstellen, dass eine derartige Kooperation bspw. mit Rupert Murdochs Myspace möglich wäre.
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Technologie, Medien
Al Jazeera, YouTube
14. April 2007, 00:07 Uhr
“Heute back’ ich, morgen brau’ ich, übermorgen hol’ ich der Frau Königin ihr Kind” frohlockt das Rumpelstielzchen. Bei Google könnte es geheießen haben: “Heute lach ich, morgen biet’ ich mit, übermorgen hol ich dem Herr Ballmer sein Kind.” — denn Google hat mal eben — für schlappe 3,1 Milliarden USD — das Werbenetzwerk Doubleclick der Konkurrenz von Microsoft vor der Nase weggeschnappt.
Das ist eine ganz schöne Menge, für eine Firma, die nur 150 Milliönchen Dollar per annum umsetzt. Aber der Kauf hat für Google noch zwei weitere Vorteile: Man kann seinen Marktanteil ausbauen und gleichzeitig Microsoft an selbigem hindern. Im Fußball nennt man das ein “Sechs-Punkte-Spiel”, und dieses hier hat (wieder einmal) Google gewonnen. Also: Vorsicht im Bundesstaat Washington — die Stühle fliegen wieder tief.
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Technologie, Wirtschaft
Google, Microsoft, Werbung
13. April 2007, 15:11 Uhr
Wieder hat sich irgendein verkokster Manager von der RFID-Lobby bequarken lassen — diesmal bei der Telekom Austria. Dass RFID den Interessen der Verbraucher diametral entgegensteht und eine Umweltsauerei sondergleichen ist, wird auf nahezu bewundernswerte Weise ignoriert.
Ich darf übrigens auch nochmal auf einen Vortrag verweisen (1, 2), den ich im März 2005 im Düsseldorfer ZAKK zum Thema RFID gehalten habe.
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Politik, Gesellschaft, Technologie
Propaganda, RFID, Umwelt